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Generalversammlung der Bergbahnen Destination Gstaad

«Wir sind auf Kurs»

Die Bergbahnen Destination Gstaad AG (BDG) schliesst trotz tieferen Frequenzen das vergangene Geschäftsjahr mit schwarzen Zahlen ab. Verwaltungsratspräsident Heinz Brand und Geschäftsführer Matthias InAlbon präsentierten bei der Generalversammlung am Samstag, 26. August im Landhaus Saanen den Jahresbericht und die Jahresrechnung. Die 131 Aktionäre erhielten zudem einen Einblick in laufende Projekte. Ein wichtiger Bestandteil wird die Inszenierung des Rinderberges sein.

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Wir sind auf Kurs

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Ruhige und zielorientierte Stimmung an der Generalversammlung der BDG-Verwaltungsratspräsident Heinz Brand (links) und Geschäftsführer Matthias In-Albon.

Der Rinderberg soll besser inszeniert werden. Erste Ideen für die Gestaltung der Fassade auf dem Spitz. Skizze: Bergbahnen Destination Gstaad AG

«Die Grosswetterlage ist eine schwierige», Verwaltungsratsmitglied Roland Zegg gab vor den ordentlichen Traktanden einen kurzen Rückblick auf das vergangene Geschäftsjahr. Es war ein Jahr der Extreme. Nach dem frühen Schnee im November kam eine intensive Föhnphase, gefolgt von einem trockenen Dezember. Anhand einer Grafik zeigte Zegg auf, dass das Weihnachts- und Ostergeschäft wegen den schwierigen äusseren Bedingungen fast vollständig weggebrochen war. Doch auch die Konkurrenz kämpfe mit den gleichen Schwierigkeiten, so Zegg weiter. In einem Quervergleich verglich er die Gästezahlen mit den Daten einer Destination in Österreich. Die Herausforderungen im alpinen Wintertourismus zeigen auch bei unserem Nachbarn ein ähnliches Bild. Dazu Zegg: «Es ist nicht so, dass im Osten alles besser läuft. Sie sind mit der gleichen ruppigen Ausgangslage konfrontiert.»

Kleiner Gewinn
Adrian di Camillo, Leiter Finanzen, präsentierte die Erfolgsrechnung. Das vergangene Geschäftsjahr führte zu Mindereinnahmen von 600000 Franken auf der Ertragsseite. Trotzdem kann die BDG einen kleinen Gewinn von rund 100000 Franken verbuchen. Dank eines strikten Kostenmanagements konnte der Betriebsaufwand um 3,39 (28 Prozent) Millionen Franken reduziert werden. Auch der Personalaufwand wurde um rund zwölf Prozent (1,28 Millionen) gesenkt.

Dazu Geschäftsführer Matthias In-Albon: «Es ist so, dass wir unpopuläre Entscheide getroffen haben und den Betrieb nun mit weniger Mitarbeitern führen.» Die roten Zahlen hätten die Geschäftsleitung jedoch zu diesen unpopulären Massnahmen gezwungen, so In-Albon weiter.

Die Sparanstrengungen führten zu einem Cashflow (Reingewinn mit Abschreibungen) von 5,118 Millionen Franken. Der Gewinn vor Abschreibungen und Zinsen (EBITDA) konnte gegenüber dem Vorjahr um das Viereinhalbfache verbessert werden – von 4,85 auf 22,3 Prozent. «Wir sind auf Kurs», so In-Albon abschliessend.

Kauf der ehemaligen Hamilton Lodge

Vor allem in die Schneeerzeugung will die BDG weiterhin viel investieren. Aber auch andere Investitionen wurden und werden getätigt. Bereits zu sichtbaren Veränderungen kam es in den Berghäusern Rinderbergspitz, Saanerslochgrat, Wispile und La Videmanette. Die Restaurationsbetriebe wurden umfassend renoviert und auf den neusten Stand gebracht. Auch das Berghaus Horneggli wird aktuell umgebaut. Nicht unerwähnt blieb der umstrittene Kauf der ehemaligen Hamilton Lodge.

Heinz Brand begründete den Kauf wie folgt: «Es war ein Fluch über dem Haus und der Kauf ist uns nicht leicht gefallen. Wegen Verträgen bis ins Jahr 2111 wäre die BDG verpflichtet gewesen, Waren- oder Personentransport zu gewährleisten.» Diese Grundbucheinträge und der tiefe Verkaufspreis von 1,4 Millionen habe die Geschäftsleitung zum Kauf des Hauses bewegt. Abschliessend sagte Heinz Brand: «Nun können wir mit diesen Verträgen und der Lodge wieder machen, was wir wollen.»

Inszenierung am Rinderberg
Die BDG mache während dem Sommer einen durchschnittlichen Verlust von 2,2 Millionen. Folglich will die Gesellschaft nun kräftig in den Ausbau des Sommerangebotes investieren – auch am Rinderberg. Die BDG will den Hausberg von Zweisimmen besser inszenieren. Dazu Matthias In-Albon: «Die Zeit des reinen ‹Bähnlifahrens› ist vorbei. Wir müssen unsere Berge besser positionieren.» Aktuell ist man an einer Ausarbeitung eines Masterkonzeptes. Bereits in diesem Herbst soll die Fassade an der Talstation neu gestaltet werden. In-Albon präsentierte weitere Inszenierungsideen wie einen Spielplatz in der Mitte oder eine Aussichtsplattform auf dem Spitz. Zentrales Thema soll das Rind werden. Das Masterkonzept kooperiert mit dem Projekt «Einstiegsportal», bei welchem die Gemeinde Zweisimmen aktiv ist.

Heinz Brand gab zudem einen Überblick über die Bewilligungsverfahren der Neubauprojekte Gondelbahn Saanenmöser–Saanerslochgrat und Gstaad–Eggli. «Wir sind in beiden Projekten in der Genehmigungsphase und hoffen, dass wir demnächst mit den ersten Vorbereitungsarbeiten für die neue Gondelbahn Saanenmöser–Saanerslochgrat starten können», so der Präsident.

Alle Traktanden genehmigt
Die Aktionäre stimmten einer Kapitalerhöhung von sechs Millionen und einer entsprechenden Artikeländerung in den Statuten zu. Ohne Gegenstimme und Enthaltung wurden die Verwaltungsratsmitglieder Jan Brand, Walter Lüthi, Matthias Matti, Holger Schmid, Ernest von Siebenthal und Roland Zegg in ihrem Amt bestätigt. Mit dem gleichen Resultat schenkten die anwesenden Aktionäre auch dem Verwaltungsratspräsidenten Heinz Brand das erneute Vertrauen. PricewaterhouseCoopers AG, Bern, wurde für ein weiteres Jahr als Revisionsstelle gewählt.

Ruhige Stimmung
Trotz stets vorhandenen strukturellen Problemen der BDG verlief die vergangene Generalversammlung ruhig und zielorientiert. «Wir sind auf Kurs» wurde von den Referenten mehrmals erwähnt. Es schien, als hätten sich auch die anwesenden Aktionäre entschieden, den gemeinsam eingeschlagene Kurs der Sanierung und Restrukturierung – vielleicht etwas zähneknirschend – zu gehen.

Aus dem «Wir» wird ein echtes «Wir». Der BDG kann dies nur guttun. Nur am Rande wurde an alten Wunden wieder etwas gekratzt, jedoch schwach und schmerzlos. Auch Matthias Matti, Verwaltungsratsmitglied aus Zweisimmen, zeigte sich über die Grundstimmung erfreut «Ich verspüre Dynamik, Sicherheit, Stabilität und den Fokus auf das Wesentliche.»

Erstellt am: 31.08.2017

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