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Die Bedeutung der Ehe

Von Elisabeth Aebischer

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Die vier Beiträge von Pfarrer Fassbender über die Ehe und deren Öffnung für alle (im Ref. Kirchenblatt Zweisimmen, Januar bis April 2020) haben mir zu denken gegeben, ebenso die liberale Haltung des Synodalrates zu diesem Thema. Wenn dieser empfiehlt, die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare zu öffnen, sollten wir aufhorchen. Massgebend für uns Christen wäre nicht die Meinung des Dachverbandes der reformierten Kirchen, sondern die Grundlagen, die wir selber in der Bibel nachlesen können. Die Kirche hat sich im Verlaufe der Geschichte schon zu oft in fataler Weise «den neuen Verhältnissen» angepasst.

Auch wenn Martin Luther die Ehe als ein «äusserlich weltlich Ding» betrachtet hat, so glaube ich, dass die Gemeinschaft zwischen Mann und Frau Gottes besondere Absicht war. Er schuf den Menschen in beiden Geschlechtern und segnete sie (1. Moses, 1;27). Nach meinem Dafürhalten bezieht sich dieser Segen auf das Gesamtwohl der Lebensgemeinschaft von Mann und Frau, nicht nur auf die Vermehrung des Lebens und den irdischen Wohlstand.

Im Alten sowie im Neuen Testament berichten mehrere Stellen von der Gemeinschaft zwischen Mann und Frau, also von der ehelichen Lebensform. Um das zu belegen, gebe ich die betreffenden Bibelstellen an:

AT, Sprüche 12;4: «Eine tüchtige Frau ist ihres Mannes Krone». In Sprüche 31 heisst es im Lob der tüchtigen Hausfrau: «…ihr Gatte ist voll ihres Lobes». Im NT stehen die Ermahnungen an die Ehegatten (1. Petrus 3) und die Aussagen über Verheiratung und eheliches Leben (in 1. Korinther 7). Die eheliche Gemeinschaft dient in Epheser 5;23 sogar als Bild für die christliche Kirche. «Denn der Mann ist das Haupt der Frau, wie auch Christus das Haupt der Kirche ist».

Über die gleichgeschlechtliche Liebe spricht die Bibel Klartext: «Du sollst nicht bei einem Manne liegen, wie man bei einem Weibe liegt, das wäre ein Greuel (3. Moses 18;22). In den sogenannten «Lasterkatalogen» prangert Paulus unter anderem die Knabenschänderei an (in 1. Tim. 1;10) und die «schändlichen Leidenschaften» von Frau und Mann (Römer 1, 26 und 27). Diese biblischen Aussagen lassen sich sehr wohl auch ohne umfangreiche theologische Abklärungen auf unsere Zeit übertragen.

Die traditionelle Familie ist die gesellschaftserhaltende Lebensform. In ihr finden die Kinder den Rückhalt für eine gute Entwicklung. Wenn sie heute nicht gut funktioniert, liegt das nicht an der Institution «Ehe», sondern daran, wie die Partner sie ausleben. Als weiterer Schritt der eingeführten Ehe für alle würden das Adoptionsrecht und der Zugang zur Reproduktionsmedizin (Fortpflanzungsmedizin bei unerfüllten Kinderwünschen) gefordert werden. Kinder haben ein Anrecht auf Vater und Mutter.

Mitmenschen, die sich zu gleichgeschlechtlichen Partnern hingezogen fühlen, verdienen genau die gleiche Achtung und das gleiche Wohlwollen wie alle andern auch. Sie sind ebenso wertvolle Glieder unserer Gesellschaft. Niemand hat das Recht, Menschen, die der sogenannten Norm nicht entsprechen, auszugrenzen. Das würde gerade beweisen, dass der christliche Auftrag, Liebe zu üben, nicht ernst genommen wird.

Jedes Paar wählt in eigener Verantwortung seine Lebensform. Den persönlichen Segen darf schon jetzt jedermann für sich und seine Mitmenschen erbitten. Es kann jedoch nicht die Aufgabe der Kirche sein, die Öffnung der Ehe voranzutreiben.

Alle Kirchen, welche sich auf Christus und aufs Evangelium berufen, seien es nun Landeskirchen oder Freikirchen, müssten der Ehe, wie sie in der Schöpfungsgeschichte, in den Sprüchen und in mehreren Briefen des Paulus beschrieben ist, unbedingt den Vorzug geben. Sie müssten sie vor Einflüssen, die in eine andere als in eine christliche Richtung führen, schützen und die biblisch gemeinte Ehe propagieren, nicht die Ehe für alle.

Es könnte sein, dass sich schon bald jemand strafbar macht, der ein unvorteilhaftes Bibelzitat ausspricht. Eine aufschlussreiche Information mit Kommentar befindet sich im Internet ref.ch «So geht es mit der Ehe für alle in der reformierten Kirche weiter». , Zweisimmen

Erstellt am: 09.04.2020

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