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Goldener Herbst am Rinderberg

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Herbstzeit – Wanderzeit. Für viele Bergbahnen in der Schweiz spült ein goldener Herbst auch einen reichlich (goldenen) Segen in die Betriebskasse. Wandern ist wieder in Mode: Das sehen offenbar auch die Bergbahnen Destination Gstaad (BDG) so: Sie rühmen sich auf ihrer Webseite mit dem Wanderparadies Saanenland und seinen 300 km Wanderwegen sowie mit dem Rinderberg als idealen Einstiegsort für das grösste Wandergebiet des Simmentals.

Szenenwechsel: Bahnhof Zweisimmen in der ersten Oktoberhälfte. Durchwegs lange Gesichter und ungläubiges Staunen der Ankommenden, wenn sie – beim perfekten Wanderwetter angereist – feststellen mussten, dass die Gondelbahn auf den Rinderberg seit dem 1. Oktober geschlossen ist (Tenor z.B.: «Die haben es offenbar nicht nötig» ... usw.). Und das in diesem herrlich-goldenen Herbst, wenn zudem im Kanton Bern noch Schulferien sind. Damit dürfte der Rinderberg vorletzte Woche bei diesen wunderbaren Tagen wohl einer der einzigen mit einer Bahn erschlossenen Berge in der Schweiz gewesen sein, wo die Gondelbahn bereits in den «Ferien» weilte.

Kaum zu glauben: Innerhalb nicht einmal eines einzigen Jahres ist es der BDG gelungen, eine Fehlentscheidung nach der anderen zu treffen. Zum Beispiel während der letzten Neujahrszeit, als man für die wenigen offenen Bahnanlagen den vollen Preis für Tageskarten verlangte, als man neu Parkplatzgebühren erhob, die Kindervergünstigungen abschaffte und später immer wieder, selbst bei guten Schneeverhältnissen, die eh schon aufgegebene Rellerlibahn ruhen liess.

Oder zum Beispiel im Frühsommer, als das Trauerspiel mit den eingeschränkten Betriebszeiten im Jahrhundert-Juni weiterging und die zwar willkommenen Wanderer mit geschlossenen Bergbahnen vor den Kopf stiess. Die Begründung war stets dieselbe: Betriebswirtschaftliche Überlegungen. Nur: Die BDG mit ihren so zahlreichen Bergbahnen hat eben nicht nur einen betriebswirtschaftlichen Auftrag, sondern sie hat ebenso – gerade weil viele, verschiedene Gebiete bedient werden – eine volkswirtschaftliche Verantwortung. Und nicht zuletzt geht es auch um das Image und das Renommee einer ganzen Region, das es zu pflegen gilt. (War da nicht eben die Rede vom Wanderparadies…?)

Ich kann nicht nachvollziehen, warum man die BDG-Führungscrew so lange auf diese Weise gewähren lässt. Andernorts hätte man diese Crew, bei so viel angerichtetem Imageschaden und so mancher volkswirtschaftlichen Fehlleistung, schon lange ausgewechselt. Ueli Gruner-Käser

Muri b. Bern/Saanenmöser

Erstellt am: 26.10.2017

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