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Wildvogel-Pflegestation Oberwil zu den Leserbriefen Knutti, Gafner und von Siebenthal

Neues Jagdgesetz ist sehr wohl ein Abschuss-Gesetz – die Vorlage ist äusserst misslungen

Von Wildvogel-Pflegestation

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Von den 199 in der Schweiz brütenden Vogelarten (ohne Ausnahmeerscheinungen) wurden 39 Prozent auf die Rote Liste gesetzt. Weitere 16 Prozent der Arten sind potenziell gefährdet. Sieben der 78 Arten der Roten Liste sind als Brutvögel in der Schweiz ausgestorben, neun sind als vom Aussterben bedroht, 21 als stark gefährdet und 41 als verletzlich eingestuft. Von den 42 Arten mit echten Veränderungen wurden 24 in eine höhere Kategorie eingestuft. Insgesamt wurden zehn Arten neu auf die Rote Liste gesetzt. (Quelle: BAFU, Vogelwarte Sempbach)

Am 16. September wurde in der Schweiz die «Sport- und Spassjagd» auf Waldschnepfen eröffnet. Diese gilt gemäss Bundesamt für Umwelt BAFU als «Verletzlich», steht also auf der Roten Liste. Muss diese für mehr Sicherheit für Mensch, Tier und Natur reguliert werden? Die Revision des Jagdgesetzes sieht keine Verbesserung des Schutzes von Wildvögeln wie dem Birkhahn, des Schneehuhns, des Fasans, des Haubentauchers, der Blässhühner oder anderen verletzlichen Tierarten vor. Weiterhin können ungehindert auch bedrohte Arten wie die erwähnte Waldschnepfe bejagt werden, dies trotz verlängerter Schonzeit.

Welche Verbesserung bringt das revidierte Jagdgesetz? Keine! Es bringt im Gegenteil die Zerstörung von Wildtierbeständen aller Art. Der massive Eingriff in die Biodiversität und Artenvielfalt im Widerspruch zur Berner Konvention setzt das empfindliche Gleichgewicht unserer ohnehin bedrohten Natur noch mehr unter Druck!

Der Schutz von Nutztieren ist auch mit der Annahme des neuen Jagdgesetzes nicht gegeben. «Gottes Schöpfung», zu welcher alles, Flora und Fauna gehört, wird mit Füssen getreten und zerstört. Naturverbundenheit ist eine Stärke der Schweiz, das Bedürfnis nach intakter Natur ist in dieser Zeit besonders gross. Warum treten die Lokalpolitiker nicht für die Natur ein, damit sich die Gäste hier weiterhin wohlfühlen? Wenn sich ausnahmslos alle Tier- und Naturschutzorganisationen, sowie viele Nutztierhalter sowie sogar Jäger und Wildhüter gegen das revidierte Jagdgesetz aussprechen, sollte jeder Bürgerin und jedem Bürger klar sein, dass es keine Frage ist, wie abgestimmt werden muss.

Darum: Nein zum Rückschrittsgesetz! Jedes Ja zur Artenvielfalt und zur Biodiversität ist überzeugtes Nein zum revidierten Jagdgesetz!

Auszug aus der eidg. Jagdstatistik 2019, Anzahl gemeldeter erlegter Tiere:

Waldschnepfe:1819

Birkhahn:383

Schneehuhn:247

Feldhase:1669

Murmeltier:5735

Im Namen der Wildvogel-Pflegestation Oberwil: Verena Stauffer (Wildvogel-Expertin, Heldin des Alltags 2012), Oberwil; Marianne Herbst-Stauffer (Aktuarin IG Wildvogel-Pflegestation), Oberwil; John-David Bauder (John’s kleine Farm), Kallnach; Irina Hauswirth (Tiergnadenhof Tante Martha), Romont; Mitglieder und Zuwender der IG Wildvogel-Pflegestation.

, Oberwil

Erstellt am: 24.09.2020

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