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Warum kein Transportkonzept mit Elektromobilität aus Strom vom Schulhausdach

Von Jenny Sterchi, Zweisimmen

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In diesen Tagen ist mir etwas sehr Beunruhigendes klar geworden. Wir werden uns ins gesellschaftliche Nirvana reglementieren und standardisieren. Für die Betrachtung individueller Situationen und vernünftiger Abweichungen wird uns kein Spielraum mehr bleiben. Lassen Sie mich meine düsteren Aussichten am Beispiel des neu erarbeiteten Schülertransportkonzeptes der Gemeinde Zweisimmen erklären. Mir ist schon der Ablauf der Information nicht verständlich. Die Informationsveranstaltung, in der die Eltern über das überarbeitete Schülertransportkonzept aufgeklärt werden sollen, findet zeitlich vor der Veröffentlichung des eigentlichen Konzeptes statt. Am Tag der Elterninformation liegt also nichts vor, an dem sich alle Beteiligten orientieren könnten. Auf der Suche nach einer Diskussionsgrundlage müssen sich die besorgten Eltern auf die Informationen konzentrieren, die in den Raum gestellt werden. Doch die Diskussion war offenkundig überhaupt nicht Ziel dieser Veranstaltung.

«Das Konzept tritt im August dieses Jahres in Kraft. Sollte jemand nicht einverstanden sein, richte er sich bitte schriftlich an die Gemeinde», womit deutlich wurde, dass Ansichten und Ideen der Eltern wohl gehört wurden, für das Konzept jedoch wirkungslos blieben.

Verwirrt, nennen wir es fassungslos, über so viel Ignoranz und mangelnde Weitsicht derer, die über die gesellschaftliche Entwicklung der Gemeinde Zweisimmen entscheiden, muss ich wohl oder übel zur Kenntnis nehmen, dass der allgegenwärtig geforderte und durchaus lobenswerte Sparwille zu Lasten der Sicherheit unserer Kinder ausgetragen werden soll.

Heute werden Kinder, die mitdenken und für sich einen halbwegs sicheren Schulweg wählen, gebüsst. Warum? Weil sie sich damit nicht an die Regeln halten.

Warum hat die Gemeinde Zweisimmen den Pioniergeist, den sie mit dem Bau der überaus nachhaltigen Simmental Arena präsentiert hat, wieder aus der Agenda genommen? Weiter denken, ökologisch bleiben, Synergien nutzen, nachhaltig handeln. Was nach purem Allerweltsgeschwätz klingt, könnte dem Schülertransport zu einem zukunftsorientierten Modell verhelfen, Stichwort Elektromobilität mit Strom vom Schulhausdach. Dass das nicht einfach ist, weiss jeder. Aber bietet das Wagnis, mit einem neuen, nachhaltigen Transportkonzept mal «Erster» zu sein, nicht auch langfristiges Sparpotenzial? Und hier bin ich mir sicher, dass die betroffenen Eltern in Zweisimmen und Umgebung zur Unterstützung bereitstehen.

Ob das neue Schülertransportkonzept im Vergleich zum alten tatsächlich Sparpotenzial in sich birgt und ob das angestrebte Ziel, das hohe Verkehrsaufkommen der Elterntaxis vor dem Schulhaus zu reduzieren, auf diese Weise erreicht werden kann, wage ich an dieser Stelle zu bezweifeln.

Und weil die Hoffnung bekanntlich zuletzt stirbt, rege ich ein Konzept zur Rettung des gesunden Menschenverstandes an.

Erstellt am: 06.06.2019

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