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Was passiert weiter mit dem Spital Zweisimmen?

Von Elisabeth Aebischer

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Der Bericht über die Geldnöte des Geburtshauses Maternité Alpine wirft viele Fragen rund um die Gesundheitsversorgung auf. Nach der ungerechtfertigten Schliessung der Geburtenabteilung im Spital Zweisimmen, im Jahr 2014 wurde in selbstlosem Grosseinsatz von vielen Engagierten die Gründung der Genossenschaft «Maternité Alpine» inszeniert.

Viele Hürden galt es zu überwinden und sehr viele Gratis-Arbeitsstunden wurden geleistet. Dank der Unterstützung von Gemeinden, andern Geldgebern und vielen privaten Gönnern, dem permanenten Engagement von denjenigen, welche «am Karren ziehen» und natürlich den ausgezeichneten Hebammen, den kompetenten Fachärzten und allen guten Helferinnen konnte die Maternité Alpine bis jetzt sehr gut funktionieren und es ist ihr sehr zu wünschen, dass sie es noch weiterhin tun kann, nicht nur bis zum Jahresende 2021. Im Berggebiet sind die so wertvollen geburtshilflichen Dienste sehr wichtig, um junge Familien im Tal zu halten.

Für die Attraktivität einer Tourismusgegend ist es ebenso nötig, den weiteren Spitalbetrieb vor Ort zu sichern. Das heisst: Genügend Betten für verunfallte Skifahrer und andere Patienten sowie genügend Personal für den 24-Stunden-Notfalldienst, welcher zu jeder Zeit und für jedermann verfügbar sein muss.

In Bezug auf unser Spital weiss die Öffentlichkeit überhaupt nicht, ob jetzt endlich ein Neubau ins Auge gefasst wird oder nicht. Da wäre denn eine kostengünstigere Renovierung des noch gut erhaltenen Spitalgebäudes besser gewesen als nicht realisierbare Neubauvarianten mit Luxusversprechungen. Die Ruhe erscheint mir verdächtig. «Nichts-Tun und Zuwarten» ist eine Strategie. Auch sie kostet, nicht nur die schon getätigten arbeitsintensiven und daher teuren Projekterstellungen. Die seit Jahren schwelende Unsicherheit liess schon manche gute Kraft (Ärzte und Pflegepersonal) abwandern. Belegärzte können schon lange nicht mehr hier arbeiten. Es scheint, dass alles, was noch etwas eintragen könnte, systematisch gestrichen wird.

Gleichzeitig wirft man dem Spital vor, es rentiere nicht. Somit läuft es Gefahr, auszubluten und die Bevölkerung steht vor dem Nichts. Das Spital steht auf der Kippe, weil es anscheinend die erwünschte Rendite nicht erbringen kann. Wenn sich eine nötige Gesundheitsinstitution zur Sicherung der Grundversorgung ihren Unterhalt nicht mehr leisten kann und zugleich ihren eigenen Funktionären in der obersten Etage Saläre entrichtet, deren Höhe der Bürger nicht wissen darf, so stimmt etwas nicht.

Gerade in Coronazeiten wäre es vernünftig, die Landspitäler und die nötigen Bettenkapazitäten aufrecht zu erhalten. Das Coronavirus zeigt, dass jegliche Grossansammlungen Gesundheitsrisiken bergen. Aus diesem Grunde müsste man auch im Gesundheitsbereich aufhören, alles auf die gleichen Örtlichkeiten zu konzentrieren. Ich verstehe Menschen, welche aus den Ballungszentren herausflüchten müssen, um sich auf dem Land und in den Bergen zu erholen.

Unter viel schwierigeren wirtschaftlichen Bedingungen als jetzt wurde das Spital Zweisimmen aufgebaut. Es darf nicht sein, dass alles hart Errungene durch fragwürdige Schliessungen und zuletzt durch leichtsinniges Zuwarten noch vollständig verloren geht. Das Verwalten von allgemeinem Gut erfordert ein verantwortliches Handeln den Bürgern gegenüber. Sie haben das Recht auf klare Information, wie es mit dem Spital weitergeht.

Viele gute Ärzte, kompetentes Pflegepersonal und alle andern wichtigen Diensterbringer im Spitalbetrieb haben den guten Ruf des Spitals seriös erarbeitet. Ihnen allen sei im Namen von zahlreichen Patienten gedankt für ihren grossen Einsatz. Wir brauchen kein Luxusspital, aber eines, welches in unserer Region die Gesundheitsversorgung garantiert. Die Spitalverantwortlichen haben es in der Hand, der Bevölkerung nächstens ein gutes tragbares Konzept für das Spital Zweisimmen zu präsentieren. ,

Zweisimmen

Erstellt am: 25.02.2021

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