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Einsetzung von Pfarrerin Alexia Zeller

Gedächtnis und Vermächtnis als Thema im Einsetzungsgottesdienst

Sie ist zwar schon seit 1. Januar 2020 im Amt, aber sie wurde jetzt erst, am 10. April, in Oberwil als Pfarrerin eingesetzt: Alexia Zeller, musste – auch wegen Corona – lange auf ihre offizielle Amtseinführung warten.

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Gedächtnis und Vermächtnis als Thema im Einsetzungsgottesdienst

Was lange währt … Nach rund zwei Jahren konnte Pfarrerin Alexia Zeller (links) offiziell eingesetzt werden. Mit dabei: Kirchgemeindepräsidentin Sabine Zahler und Pfarrer Martin Bentele.

Unter der Leitung des Emmentaler Pfarrers Martin Benteli (Reformierte Kirche Lauperswil) wurde am 10. April 2022 Alexia Zeller nun auch offiziell als reformierte Pfarrerin in Oberwil eingesetzt. In Anwesenheit einer ganzen Reihe von Simmentaler Kirchgemeindevertretern nahm eine grosse Festgemeinde in der annähernd vollgefüllten Oberwiler Mauritiuskirche an dem Festakt teil.

Schon am 1. Januar 2020 hatte Pfarrerin Zeller das Oberwiler Amt faktisch übernommen, und in dieser Zeit hat sich sowohl zur Kirchgemeinde selbst, als auch zur politischen Gemeinde Oberwil ein grosses Vertrauensverhältnis entwickelt. Kirchgemeindepräsidentin Sabine Zahler und die für das Ressort Soziales und Gesundheit zuständige Gemeinderätin der politischen Gemeinde, Rebecca Rothenbühler, haben dies im Rahmen der Einsetzungsfeier ausdrücklich betont.

Doch unter anderem die Corona-Situation haben eine frühere Einsetzungsfeier lange verhindert. Und so begann Pfarrer Martin Bentele die Feier verständlicherweise mit dem Hinweis, was lange gewährt habe, würde nun endlich gut. Die musikalische Begleitung der Feier wurde durch die Spiezer Organistin Anne Stettler und ihrem Mann Beat an der Geige übernommen.

Verschwendung oder Verwendung?

Zentrales Thema der von Pfarrer Martin Benteli liturgisch sehr differenziert und überlegt gestalteten Feier war eine Begebenheit aus dem Neuen Testament, die sowohl von Matthäus (26, 6–13) als auch in etwas anderer Form von Lukas und Johannes erzählt wird: Die «Salbung in Bethanien».

Als Jesus bei einem Pharisäer zu Gast ist, und man muss von einer grossen, ausgiebigen Feier ausgehen, taucht eine namenlose und offensichtlich nicht sehr angesehene Frau («Sünderin» in den Augen der Pharisäer) im Gastmahl ungefragt auf, überschüttet Jesus mit einer ganzen Flasche kostbaren Salböls und – wie man aus den anderen Evangelien weiss – weint an seinen Füssen.

Die Gastgeber empören sich, weniger am ungebetenen Erscheinen der Fremden, sondern an dem, was sie als «Verschwendung» kennzeichnen: Man hätte das teure Öl doch verkaufen und das Geld den Armen geben können. Doch Jesus weist den Vorwurf der Verschwendung zurück, es gehe – so sagt er – um eine nur in einem kurzen Zeitraum mögliche Gemeinschaft mit ihm selbst: «Mich habt ihr nicht allezeit».

Gedächtnis: Ein Beispiel

Was aber ist «Gedächtnis»? Was ist Gedenken? Pfarrer Benteli konnte dafür ein überzeugendes Beispiel aus dem Archiv der Oberwiler Kirche selbst anführen. Eines, das dazu noch mit seiner eigenen Familie zu tun hat: Es ist die Erinnerungstafel an die Ehefrau des früheren Oberwiler Pfarrers Küenzi, dessen Frau 1894 mit gerade 25 Jahren im Kindbett verstorben war.

Durch Nachforschungen konnte Pfarrer Benteli die früh Verstorbene dann, als seine eigene Urgrosstante identifizieren, und es war offensichtlich, dass er von dem ganzen Vorgang berührt war. Die Erinnerungstafel wurde so – für alle Zuhörer ein greifbares Beispiel – zum zentralen Gegenstand der Predigt an diesem Sonntag.

Harmonischer Ausklang

Zu dem harmonischen Miteinander der ersten Jahre passte hervorragend der harmonische Ausklang der Einsetzungsfeier auf der sonnendurchfluteten Terrasse, beim Apéro riche, vor dem «Wöschhüsi» zwischen Kirche und Pfarrhaus in Oberwil.

Auch hier hatte das «Gedenken» neu Raum: Aktuelles (u.a. der Ukraine-Konflikt) und Historisches floss dabei in entspannter Eintracht zusammen.

Erstellt am: 17.04.2022

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