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Sorgenkind Kehrichtanlieferung bei der Entsorgungsstelle AVAG, Galgenbühl

Rückstau auf die Kantonsstrasse – «das spezielle Erlebnis»

Seit Beginn der C-19-Massnahmen im März 2020 entwickelte sich bei der Entsorgungsstelle im Galgenbühl ein spezielles Virus, namens «Tropfenzutritt». Dadurch können Rückstaus bis in die Hauptstrasse hinauf entstehen.

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Rückstau auf die Kantonsstrasse – «das spezielle Erlebnis»

Am eher schwachen Anlieferungstag (Regentag) vom letzten Freitagnachmittag staute sich, eine Minute vor dieser Fotoaufnahme, eine lange Kolonne, welche die neuen Anlieferer ohnehin nicht mehr aufnehmen konnte.

Durch die inzwischen auch bei uns im Frühling eingetretenen Folgen der Kurzarbeit kam die neue Sportart der Haus-Entrümpelungen so richtig in Schwung. Dies führte zu massivst gesteigerten Anlieferungen in noch nie gekanntem Ausmass. Anlieferungs-Wartezeiten von einer halben Stunde und mehr, waren keine Seltenheit.

Wegen der BAG-Vorschriften musste die AVAG zusätzliche Vorschriften erlassen, die ebenfalls zu längeren Wartezeiten führten. Ein sogenanntes «3er-Warte-Tropfsystem» wurde eingeführt und es durften nur noch maximal drei Fahrzeuge gleichzeitig ihre Abfälle anliefern.

Ärger und grosse Warte-Kosten auf dem Buckel der Anlieferer

Die neu bereitgestellte, kleine Wartezone konnte nur wenige Fahrzeuge aufnehmen. Die drei bananenförmig angeordneten Warte-Fahrspuren waren zwar für rund zehn Fahrzeuge gerechnet. Bei kleinen PW-Anlieferern erlitt es einige mehr, bei Fahrzeugen mit Anhänger jedoch gerade mal eine Handvoll. Dadurch bildeten sich hinter der neuen Wartezone zusätzliche, kaum passierbare Verengungen mit Staus bis in die Hauptstrasse zurück, welche den Verkehr zum Stillstand brachten.

Weitere Einschränkungen

Im Frühsommer wurden die Öffnungszeiten, ohne öffentliche Bekanntgabe, glücklicherweise um eine Stunde verlängert. In Gewerbekreisen wurde dies zum Teil erfreulich herumgesprochen und schätzend genutzt. Als dann zusätzlich aufs «5er-Warte-Tropfsystem» umgestellt wurde, kam fast das Gefühl eines «paradiesischen Zustandes» auf.

Wegen den wieder verstärkten Sicherheitsvorschriften in Folge der zweiten Pandemiewelle vor anderthalb Wochen war leider wieder Schluss mit diesen «paradiesischen» Zuständen. Es folgte der Rückfall ins «3er-Warte-Tropfsystem» während nur noch zwei Stunden-Anlieferungszeit.

Schwierig auch der 1-Meter-Durchgang beim Altpapier-Container. Dieser muss zur Bewältigung des Entsorgungsgutes, (vor allem bei Regenwetter) über eine nasse, glitschige Metalltreppe bestiegen werden. Als «Wackeltreppe» kann sie sich entpuppen, weil sie nötig ist, um das Entsorgungsgut auf drei Meter über Boden in den Container zu hieven. Die Treppe wackelt, weil sie meist durch den Anlieferer selbst an die noch nicht überfüllten Positionen verschoben werden muss. Bei bereits 20 Zentimetern Abstand zum Container rutscht eine Seite der Treppe vom Asphaltbelag in den Kiesuntergrund, um sich dann beim Auf- und Abstieg in eine Wackel-Treppe zu verwandeln.

Das sonst freundliche und hilfsbereite Personal darf seit den neusten Anordnungen keinem Kunden mehr etwas helfen, sondern muss diese in offenem Gelände bisher nie vorgesehenen Restriktions-Massnahmen ohne Wenn und Aber durchsetzen.

Eine wirkungsvolle und kostengünstige Sofort-Lösung

Wie wäre es, wenn bei solchen Restriktionen, die Öffnungsstunden bei diesem «3er-Warte-Tropfsystem» um ein bis zwei Stunden täglich erhöht würden? Dies würde einen Bruchteil der neu entstandenen Wartekosten pro Monat ausmachen! Und gefährliche Rückstaus auf die Hauptstrasse könnten ebenfalls elegant vermieden werden. Kleine, günstige Massnahmen mit grosser Wirkung und Zufriedenheit der Anlieferer. Ein Grossteil der AVAG-Annahmestationen sind übrigens den ganzen Tag geöffnet.

Stellungnahme der AVAG

Die AVAG ist sich der nicht ganz zufriedenstellenden Verkehrssituation rund um das Entsorgungszentrum in Zweisimmen bewusst. Dennoch sieht sich die AVAG in der Pflicht, ihre Verantwortung wahrzunehmen und den Gesundheitsschutz von Kunden und Mitarbeitenden in der gegenwärtig sehr herausfordernden Situation höher zu werten. Im Frühling wurde das Tropfensystem aufgrund der Anforderungen des BAG (5-Personen-Regel) eingeführt und hat sich als sehr effektiv erwiesen.

Dem Aufruf der AVAG an die Bevölkerung, nur zu entsorgen, wenn es wirklich notwendig ist, wurde leider nicht wie gewünscht nachgekommen. Gerade in der nie da gewesenen Situation mit stark steigenden Fallzahlen sieht die AVAG es als ihre Pflicht, das Möglichste zu tun, um die weitere Verbreitung einzudämmen. Abends, am 23. Oktober hat der Kanton Bern die Maskenpflicht auf überdachte Bereiche ausgedehnt, was teilweise auch auf das Entsorgungszentrum Zweisimmen zutrifft. Diese Regelung trat noch gleichentags um Mitternacht in Kraft, was gut aufzeigt, wie dynamisch die Situation ist und wie schnell auch die AVAG auf die Veränderungen reagieren muss.

Die AVAG ist dankbar um konstruktive Verbesserungsvorschläge und hat deshalb beschlossen, die Öffnungszeiten per sofort und bis auf Weiteres anzupassen. Neu werden die Tore von Montag bis Freitag um 14 Uhr anstatt um 15 Uhr geöffnet. Die Treppe wurde zudem umgehend einer sicherheitstechnischen Prüfung unterzogen und ohne Beanstandungen wieder freigegeben. Ferner ist sich die AVAG-Führung den vielseitigen Herausforderungen dieser Krise bewusst und wünscht sich Verständnis für die geltenden Regeln sowie für jene Personen, die diese umsetzen müssen.

Erstellt am: 29.10.2020

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