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TALK Faktencheck

Von Matthias Kurt, Zweisimmen

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Nach Jahren bot sich mir wieder einmal die Gelegenheit einige Wochen an der Lenk zu Bergbähnlen und Augen und Ohren offen zu halten. Vieles habe ich zur Destinationsbildung TALK gehört. Und wir konnten auch in der SIMMENTAL ZEITUNG vieles dazu lesen. Öfters hätte die Zeitung in Schamesröte erscheinen müssen, ab den vielen alternativen Fakten im offiziellen Lenk-Teil. Das war Donald Trump pur. Der Tourismus erfindet sich aktuell neu und das Gebot zur Zusammenarbeit und zur Vernetzung ist enorm wichtig für zukünftigen Erfolg. Bern hat genau gleich wie die stärkste Wintertourismusregion Tirol den Druck zur Bildung grösserer Destinationen gegeben. Bei uns sind es die drei Tourismusorte Adelboden, Kandersteg und die Lenk, die mit strategisch geschickter Zusammenarbeit touristisch stärker werden wollen. In ihrem Sog sollen und dürfen auch die vielen Tourismusperlen in den übrigen Dörfern, in denen der Tourismus volkswirtschaftlich nicht die Hauptrolle (Studie Rütter) spielt, der drei Täler besser werden. Machen wir zu einigen Behauptungen den Faktencheck.

Eine Studie der Uni Bern bezeichne die Berner Destinationsbildung als schwach: Tourismusprofessorin Monika Bandi empfiehlt Handlungsfelder für die Bernische Tourismuspolitik bis 2020. Aus 23 Themen bezeichnet sie den Handlungsdruck bei Destinationen als gering, weil die damals (2001) formulierten Ziele weitgehend erreicht sind. Die Destinationsbildung sei gut. Zu behaupten der Kanton qualifiziere Destinationen ab, ist falsch.

Der Wirtschaftsraum Kandertal dominiere das Simmental: Heute sind Volkswirtschaften grenzüberschreitend offen. Von so engen Wirtschaftsräumen zu sprechen ist völlig falsch. Denken wir schon nur an die Skipässe, die in Adelboden gekauft werden und auf den super Metsch- und Bühlbergpisten den Umsatz der Lenk Bergbahnen befruchten.

Das Simmental wird von Kandersteg und Adelboden unterdrückt: Verschwörungstheorien werden bei fehlenden Argumenten gerne benützt. Auch unter Kandersteg und Adelboden besteht eine gesunde Konkurrenz. Diese tut gut und lässt alle gewinnen. Die Destination sorgt dafür, dass alle gewinnen und wie bei Flut in Kandersteg, Adelboden und der Lenk symbolisch alle Tourismusboote in die Höhe steigen. Jeder Anbieter muss das Bekenntnis zum Besserwerden leben. Die Behauptung der Unterdrückung ist ein Bekenntnis zum Mittelmass, das weh tut und falsch ist.

Es werden Lehrstellen abgebaut: In Kandersteg, Adelboden und der Lenk werden künftig Lehrlinge ausgebildet. Die Lehrstellen werden spannender und vielseitiger, weil Stages in allen Orten möglich sind. Auch diese Behauptung ist falsch.

Es gibt bessere und modernere Organisationsformen: Die Aufgabe eines Tourismusvereins sind grob gesagt Gästeinformation, Infrastruktur vor Ort, Events, Finanzen, Marketing, Verkauf und immer mehr IT. Im Modell TALK werden neu Marketing, Verkauf, IT und Finanzen gemeinsam gelöst und die übrigen Funktionen werden vor Ort besser. Es gibt also keinen neuen teuren Chef wie beispielsweise der neue Marketingchef in Gstaad, sondern die drei Direktoren in Kandersteg, Adelboden und Lenk teilen sich in die Aufgabe der TALK Führung. Für mich ist dies das beste Modell.

Die Marke Simmental verschwindet: TALK erfindet keine neuen Marken, sondern baut auf die bestehenden und stärkt diese mit Synergien. Neben Lenk, Simmental und Alpkultur kann, wo es sinnvoll scheint, die Marke mit Berner Oberland gestärkt werden. Auch diese Behauptung ist falsch.

Ist TALK nun das Gelbe vom Ei, wie es der Faktencheck glauben lässt? Natürlich nicht. Der Prozess der Destinationsbildung erfindet sich immer neu. Heute steht von der Wissenschaft her das zu enge Denken in Destinationsgrenzen am meisten in der Kritik. Hier hat TALK mit den Gesprächen mit Gstaad schon viel Positives gebracht. Super ist auch die Bildung der Hotel-IG an der Lenk dank TALK. Ich staune immer wieder, wie sehr im Simmental das Sieg und Niederlage in den Köpfen drin ist. Viel wichtiger ist das win-win, wo beide Sieger werden.

Ein Ja zu TALK wird ein win-win für unseren Tourismus, wenn wir das Zusammenarbeiten kritisch positiv leben und so im Tourismus besser werden wollen. Mit TALK wird sich die Lenk besser entwickeln.

Erstellt am: 23.03.2017

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