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Die Boltiger Abwasserentsorgung beschäftigt die Bevölkerung

Am Abend des 28. Mai fanden sich 104 Stimmberechtigte zur Gemeindeversammlung von Boltigen im Hotel Simmental ein. Während das neue Abwasserentsorgungskonzept für Diskussionsstoff sorgte, wurde ein altes Streitthema sehr einig zu den Akten gelegt.

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Die Boltiger Abwasserentsorgung beschäftigt die Bevölkerung

Sechs Boltigerinnen und Boltiger wurden für ausserordentliche Leistungen geehrt (von links): Markus Zahnd, Anja Stalder, Marco Stalder, Gemeinderätin Susanna Maier, Franjo von Allmen, Susi Meinen und Klaus Meinen.

Zu Beginn der Versammlung am vergangenen Dienstag ehrte Gemeinderätin Susanna Maier gleich sechs Einwohner für ausserordentliche Leistungen. Marco Stalder, Anja Stalder, Franjo von Allmen, Susi Meinen und Markus Zahnd konnten allesamt sportliche Errungenschaften auf der Piste, Loipe und Marathonstrecke feiern. Klaus Meinen wurde Schweizermeister bei der Kaninchenzucht der Rasse «Havanna».

Ertragsüberschuss und Wegsanierung
Boltigen kann auf ein gutes Jahr zurückblicken: Gemeinderatspräsident Fred Stocker präsentierte die Gemeinderechnung 2018, die mit einem Ertragsüberschuss von einer Viertelmillion Franken abgeschlossen wurde. Wichtige Faktoren, die dazu beigetragen haben, waren geringerer Aufwand für die Schneeräumung, weniger Personalkosten sowie Mehrertrag durch Subventionen. Die Rechnung wurde durch die Bevölkerung einstimmig genehmigt.

Diskutiert wurde zudem die nötige periodische Wiederinstandstellung des Weges Grubenwald–Hofstetten–Spitzhore, der teils auf Boltiger Gemeindegebiet verläuft. Nebst der Instandhaltung soll der Abschnitt vom Senggigraben bis Oberi Matte vollausgebaut werden. Der dazu notwendige Gemeindebeitrag von 180000 Franken wurde von der Bevölkerung ohne Gegenstimme genehmigt.

Diskussion zur Abwasserentsorgung
Das mit Abstand meistdiskutierte Thema war die Zukunft der Abwasseranlagen, das Adrian Bieri aus dem Gemeinderat präsentierte. Im April 2016 haben die Boltigerinnen und Boltiger an der Gemeindeversammlung entschieden, dem ARNI-Verband (Verband Niedersimmentaler Gemeinden zur Abwasserentsorgung) beizutreten. Dies bedeutet, dass künftig das Abwasser zur ARA Thun geleitet wird. Hierfür ist eine neue Leitung von der ARA Boltigen über das Pumpwerk Matte bis ins Paffenried notwendig, wo das Abwasser ins bestehende Netz weitergeleitet wird. Diese Leitung wird im Tagbau erstellt, zudem werden neue Pumpen installiert und Teile der ARA Boltigen können rückgebaut werden, das Regenbecken wird saniert. Für diese Arbeiten, den Einkauf bei der ARA Thun und den Anschluss ans ARNI-Netz werden Investitionskosten vom 3,6 Millionen Franken nötig. Die Auflage soll im Sommer 2019 erfolgen, der Baubeginn im folgenden Winter, sodass das Projekt im Idealfall in zwei Jahren abgeschlossen sein wird.

Dieses Thema führte zu einigen Diskussionen in der Bevölkerung. Die Hauptsorgen drehten sich dabei um die Finanzen und um die Frage, ob künftig die Kosten für die Abwasserentsorgung steigen werden. Mittelfristig sind Gebührenanpassungen zwar nicht ausgeschlossen, derzeit aber nicht geplant. Im Vergleich hat Boltigen eher hohe Gebühren, da die Gemeinde über ein weitverzweigtes Abwassernetz verfügt. Am Ende stimmten die Stimmberechtigten mit 57 zu 22 Stimmen und 25 Enthaltungen dem Beitritt zum ARNI-Verband sowie dem Verpflichtungskredit zu.

Sommerau: Abschluss eines heiklen Themas
An der letzten, ausserordentlichen Gemeindeversammlung wurde der Verkauf des umstrittenen Grundstücks Sommerau vorgeschlagen (wir berichteten). Nun kam dieses Thema zur Abstimmung, wobei die Stimmberechtigten einerseits über die Aufhebung des Verpachtungsentscheides von 2016 und andererseits über einen möglichen Verkauf entscheiden konnten. Aus der Bevölkerung wurden keine Fragen zu dem Thema gestellt und eine grosse Mehrheit entschied sich für den Verkauf der Sommerau. Damit findet ein lang umstrittenes Thema nun einen Abschluss.

Erstellt am: 10.06.2019

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