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Öffentliche Informationsveranstaltung der Einwohnergemeinde Lenk

Hochwasserschutz wegen Gletschersee

Am 18. Januar 2018 hat die Gemeinde Lenk im KUSPO breit orientiert. Knapp 600 Einwohner und Zweitwohnungs-Besitzer wurden von der Gemeindebehörde und von Fachexperten in die Problematik eingeführt.

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Informationsveranstaltung zum Hochwasserschutz Lenk

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© Walter Zeller

Die neue, modernere Schwappsperre im Rezliberg

© Walter Zeller

Durch das Hochwasser niedergerissene Schwappsperre im Rezliberg, Beginn Wiederaufbau

© Walter Zeller

Durch das Hochwasser niedergerissene Schwappsperre im Rezliberg

© Walter Zeller

Durch das Hochwasser niedergerissene Schwappsperre im Rezliberg !ubersicht

Die jährliche sprunghafte Entleerung des Faverges Sees quer durch die Plaine Morte wird von Jahr zu Jahr intensiver und gefährlicher.

Mit drei Expertengruppen und mit der Schwellenkorporation Lenk plante die Gemeinde Lenk Symptombekämpfung im Wasserlauf von der Plaine Morte bis ins Dorf als Sofortmassnahmen und hat die SOMA im Wesentlichen bereits realisiert.

Als Ursachenbekämpfung sind die drei Experten-Gruppen daran, Gegenmassnahmen auf dem Gletscher zu planen. Eine Zusammenarbeit mit dem Kanton Wallis ist im Gange.

Zum Status Quo, Orientierung durch Isabelle Kull Geotest AG
Die Klimaerwärmung und die damit verbundene Gletscherschmelze brachte dem Obersimmental ein jährlich widerkehrendes Problem. Im Frühsommer sammelt sich das Schmelzwasser auf der Plaine Morte im Faverges See, das sich langsam durch den Gletscher frisst. Jeweils Anfang August bricht das Wasser durch und entleert sich über den Trübbach in den Rezliberg, von da über die Simmenfälle ins Oberried und überschwemmt etliche bewohnte Gebiete. In den letzten drei Jahren hat das Volumen der Entleerung zugenommen und im 2018 hat das erste Hochwasser aus dem Faverges See weite Teile der Talsohle im Oberried überflutet und grosse Schäden verursacht. Anwohner im Oberried mussten kurzzeitig evakuiert werden. Im Dorf hat das Hochwasser feines Geschiebe in der Simmen-Sohle liegen lassen und hat damit die Durchflussmenge verringert.
Sofortmassnahmen, Orientierung durch David Hodel, Theiler Ingenieure AG
Bereits vor einigen Jahren hat die Gemeinde Lenk ein Überwachungssystem aufgebaut, das eine Alarmierung der Talbevölkerung möglich macht.

Nach dem letztjährigen Hochwasser wurde die weggerissene Schwappsperre im Rezliberg wieder weitgehend hergestellt und der Simmenlauf im Rezliberg wurde korrigiert. Bei der Barbarabrücke wurde die östliche Ufermauer mit Betonelementen verstärkt. Vom Wasser unterspülte Tannen am Wasserlauf der Simmenfälle wurden gefällt. Die Auflandung im Dorfgebiet wurde mit einer mobilen Trichterbuhne aus Stahl weitgehend beseitigt, um im verbauten Simmenkanal die ursprüngliche Durchflussmenge zu garantieren. Die gleiche Massnahme wurde in der Simme im Chlöpflisberg realisiert.

Ursachenbekämpfung auf der Plaine Morte, Orientierung durch Isabelle Kull und Dr. Markus Zimmermann
Für die Ursachen-Bekämpfung werden 10 unterschiedliche Massnahmen geprüft. Denkbar wäre eine mobile Pumpenanlage, um das Wasser aus dem See auf die Walliserseite zu pumpen. Die Anlage müsste jeweils dem Gletscherschmelzen jährlich angepasst werden. Statt einer Pumpe wäre ein Ausheben eines Abflusskanals denkbar. Auch ein Stollen auf tieferem Niveau von der Walliserseite her in die Sohle des Favarges Sees wäre eine Möglichkeit. Eine Abdeckung des Gletschers wie auf dem Gletscher der Diableret und auf dem Rhonegletscher könnte das Abschmelzen des Gletschers im Einflussbereich des Favarges Sees verzögern. Auch ein Stausee im Trübbach könnte helfen. Den See einfrieren lassen, indem der Winterschnee mit Pistenmaschinen in das Seebecken gestossen würde. Auch könnte man den Eispfropfen im Gletscher sprengen. Eine Gletscher angepasste Variante könnten Rohre vom Seegrund bis zu den Gletschermühlen sein, um den Wasserkanal durch den Gletscher offen zu halten. Einen neuen Eiskanal vom See weg quer durch den Gletscher auf die Bernerseite bohren wäre eine weitere Variante.

Derzeit planen die Walliser für die Beschneiung des Skigebietes zur Pointe de la Plaine Morte das Wasser von Crans Montana über 2000 m hoch zu pumpen, dabei liegen bis zu 2 Mio m3 Wasser auf rund 2780 mü.M. NB: Der Faverges See liegt auf Walliser Boden. Gespräche, das Wasser für die Beschneiung zu verwenden sind im Gange.

Welche Lösung zum Tragen kommen soll, wird nach dem Gemeindepräsidenten René Müller im Frühsommer entschieden.

Erstellt am: 22.01.2019

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