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Lenk-Simmental Tourismus lud zur Infoveranstaltung

Startschuss hin zu einer barrierefreien Feriendestination

Am jährlich stattfindenden Informationsabend von Lenk-Simmental Tourismus bildete das Thema «Barrierefreie Feriendestination» den Hauptschwerpunkt. Die Thematik wurde durch die Unterzeichnung der Partnerschaft im Februar 2022 zwischen PluSport, den Lenk Bergbahnen und Lenk-Simmental Tourismus lanciert. Auslöser dafür war der Trainingsstützpunkt für PluSport am Betelberg für ihr Paralympics Team. Durch den strategischen Aufbau einer Partnerschaft mit PluSport und der Erfassung und Bereitstellung von Zugänglichkeitsinformationen mit OK:GO gibt es Potential für eine örtliche und regionale Belebung und die «Etablierung einer barrierefreien Feriendestination».

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Startschuss hin zu einer barrierefreien Feriendestination

Gestalteten den Infoabend «Barrierefreiheit»: Albert Kruker, Aron Fahrni (Snowboard-Lehrer und PluSport Kader), Silvan Hofer (PluSport-Sprecher, Nationaltrainer Para-Snowboard & Koordinator Skischulen), Selina Finsler und Patrick Kohli.

Bei den lokalen Gastgebern, Ferienwohnungs-Vermietern und Zweitwohnungs-Besitzern stiess der Anlass vom 2. Dezember im KUSPO Lenk auf reges Interesse. Aus den dicht besetzten Besucherreihen kamen allerdings kaum Fragen. Tête-à-tête-Gespräche gab es am offerierten Apéro im Anschluss an die Vorträge dennoch.

Zugänglichkeitsinformationen sind ein grosses Bedürfnis

«Ein wichtiger Aspekt des autonomen Reisens und ein echtes Bedürfnis für Menschen mit einer Mobilitätseinschränkung sind möglichst umfassende und für alle abrufbare Zugänglichkeitsinformationen», so Gastreferentin und Projektmanagerin der OK-GO Initiative für Zugänglichkeitsinformationen, Selina Finsler. Die OK:GO Initiative wird im Rahmen der Förderung von innovativen touristischen Projekten – genannt «Innotour» – durch den Bund finanziert. Interessant in diesem Zusammenhang ist auch, dass Eltern mit Kinderwagen im öffentlichen Raum oft vor den gleichen Herausforderungen stehen wie beispielsweise Rollstuhlfahrer.

Selina Finsler: «Auf die Zugänglichkeitsinformationen kann jederzeit via PC/Desktop oder via Smartphone zugegriffen werden. Dabei geht es nicht um eine Bewertung, sondern ganz einfach um objektive, hilfreiche Zugänglichkeitsinformationen, die Menschen mit Mobilitätseinschränkungen – allen voran Senioren, Familien mit Kinderwagen, Menschen im Rollstuhl oder mit Gehhilfen – helfen, eine Reise besser plan- und durchführbar zu machen.» Gleichzeitig entlaste die Abrufbarkeit solcher Zugänglichkeitsinformationen übers Internet den Beratungsaufwand von touristischen Anbietern. «Darüber hinaus sei es ein grosses Thema, die Zugänglichkeitskriterien zusätzlich mit relevanten Informationen für sehbehinderte Menschen zu ergänzen», so Finsler.

«Lenk bietet ein vorbildliches Umfeld für Behindertensport»

Als zweiter Gastreferent stellte Silvan Hofer den Anwesenden PluSport als Dachverband und Kompetenzzentrum für den Behindertensport in der Schweiz vor: «Wir fördern den Zugang zu einem vielfältigen Sport- und Bewegungsprogramm für alle. Eine geschlossene Förderkette vom Nachwuchs über den Breiten- bis hin zum Spitzensport wird gewährleistet.» Hofer erinnert sich: «Vor rund 16 Jahren bin ich per Zufall auf der Piste angesprochen worden, ein Lager zu besuchen, das zum ersten Mal blinden und sehbehinderten Kindern das Snowboardfahren ermöglichte. Das war mein Start in den Behindertensport im Bereich Winter.»

Heute ist der 44-jährige Hofer Nationaltrainer Para-Snowboard, Koordinator Skischulen und Projektleiter IBS Para-Snowboard. «Sportangebote und -anlässe für Menschen mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen sind sehr wichtig», erklärt Hofer. «Im direkten Kontakt mit solchen Menschen lassen sich Berührungsängste abbauen und überwinden. Viele Menschen mit Behinderungen fassen dank der professionellen Unterstützung Vertrauen, auch sportliche Ambitionen zu entwickeln. Die Lenk bietet uns dabei optimale Voraussetzungen für unsere Trainingsprogramme.»

Die kooperative Einstellung der Lenk Bergbahnen und touristischen Leistungsträger gegenüber den Bedürfnissen des Behindertensports sei an der Lenk vorbildlich und geradezu einzigartig. Hofer denkt mehrere Jahre in die Zukunft: «Lenk ist der offizielle Trainingsstützpunkt von PluSport Para Snowboard. Hier arbeiten wir aufs Ziel, mit einem Team von mindestens vier Athletinnen bzw. Athleten an den Paralympics 2026 in Cortina teilzunehmen und es dabei auf Podestplätze zu schaffen.» Lenk ist ein «inklusiver Trainingsstützpunkt». Dies bedeutet: Athleten mit und ohne Beeinträchtigung trainieren gemeinsam und unterstützen sich gegenseitig.

Lenk als Vorreiter von Barrierefreiheit

Das Ziel ist klar: Die Lenk als Vorreiter einer barrierefreien Schweizer Feriendestination zu etablieren. «Mit der kürzlich erfolgten Neugestaltung des Dorfzentrums durch die Gemeinde wurde ein grosser Schritt in diese Richtung gemacht. Für Menschen mit Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen gibt es zwischen Bahnhof und Rawilstrasse bereits heute keinerlei Hindernisse mehr.

Erstellt am: 07.12.2022

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