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«Mäntig Apéro» und Austausch mit der Zweisimmner Pfarrerin Linda Grüter

Als Pfarrerin ist man auch Reisebegleiterin

Am 21. November fand in Bern im Hotel National unter dem Titel «Mäntig Apéro» eine Ausgabe dieser traditionellen Gesprächsrunde statt. Pfarrerin Linda Grüter und Reiseleiter Beat Werthmüller tauschten sich mit Gastgeber Matthias Baumer über das Thema «wir Menschen» aus. Nach dem Gespräch fand Linda Grüter noch Zeit für einen direkten Austausch mit der Simmental Zeitung.

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Als Pfarrerin ist man auch Reisebegleiterin

© Nicole Imhof

«Mäntig Apéro» in Bern mit Pfarrerin Linda Grüter, im Gespräch mit Beat Werthmüller (links) und Gastgeber Matthias Baumer.

Der wiederkehrende Anlass wird jeweils von der Redaktion des Regionaljournals Bern Freiburg Wallis des Schweizer Radio und Fernsehens SRF organisiert. Das traditionsreiche Berner Lokal National bot einmal mehr einen gediegenen Rahmen. Der Leiter der Regionaldirektion, Peter Brandenberger, eröffnete den Abend. Durch den Abend führte gekonnt Redaktor Matthias Baumer.

«Pfarrers Lisi» – eben nicht

Der Gastgeber lernte die Pfarrerin aus Zweisimmen an einer Abdankung im Obersimmental kennen. Sie fiel ihm durch ihre Stimme auf: «Sie kam in die Kirche, begann zu sprechen und ‹hatte die Kirche›». Nach diesem Erlebnis keimte bald die Idee, Linda Grüter ans «Mäntig Apéro» in Bern einzuladen.

Wer ihr an diesem Abend zuhörte, erlebte zwar keine wortgewaltige Predigt, jedoch eine wortgewandte und rhetorisch begabte Frau, die durch ihre prägnanten Sätze und ihren feinen Sinn fürs Ironische glänzte. Bezeichnend dafür war eine Aussage, die sie mit Bezug auf ihre Biografie fallen liess: Sie wollte in Luzern nicht «Pfarrers Lisi» sein, sondern die «Geschichte selber machen». Als konfessionslos aufgewachsene Zentralschweizerin zog sie deshalb nach Bern, um dort das Studium der Evangelischen Theologie aufzunehmen. Auch dies konfessionslos, wie sie betonte, da die Theologie eine Wissenschaft wie jede andere sei und kein Glaubensbekenntnis voraussetze.

Der Wunsch, Pfarrerin zu werden, keimte jedoch bald auf und so beschloss sie, diesen Weg zu beschreiten – mit Konfession, nota bene. Der Austausch mit den Menschen und die Arbeit für die Menschen waren die ausschlaggebenden Elemente. Mit ihrem eigenen leichten Humor ergänzte sie, dass sie als Pfarrerin das ganze Leben eines Menschen sehe und nicht nur die Krankheitsgeschichte, wie dies bei den Psychologen der Fall sei.

«Vo Lozärn gäge Wäggis – nei ! – Zwöisimme zue …»

Bald nach ihrem Studium stiess sie auf eine freie Stelle in Zweisimmen, nahm gemäss eigener Aussage eine Landkarte zur Hand und sah, dass es diesen Ort auch tatsächlich gibt.

Beim Bewerbungsgespräch besuchte sie die «mega schöne Kirche» und dachte schlichtweg: «Da gehe ich hin!». Mit Blick auf ihren Gesprächspartner, Reiseleiter Beat Werthmüller, hielt sie bei dieser Gelegenheit fest, dass die Bezeichnung Reiseleiterin zu einem kleinen Bruchteil auch zu ihrem Beruf passe: Sie teile ein Stück des Weges mit den Menschen, die zu ihr kommen. Sie sieht sich jedoch nicht in der Rolle der Vorangehenden, sondern eher als Begleiterin neben den Menschen.

Erstellt am: 01.12.2022

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