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Schulsozialarbeit knapp angenommen

Am Mittwoch, 5. April 2017, wurden an der Gemeindeversammlung in Zweisimmen alle Vorlagen von 185 Stimmberechtigten angenommen. Eher knapp hiess der Souverän die Einführung der Schulsozialarbeit gut. Zu einer Änderung in der Überbauungsordnung der neuen Saanerslochbahn und einem Bruttokredit im Kanalisationswesen wurde deutlich ja gesagt.

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Gemeinderat Daniel Dumont präsentierte das erste Traktandum. Die Saanerslochbahn soll durch eine 10er-Gondelbahn ersetzt werden. Die Bergstation der Bahn befindet sich auf Boden der Gemeinde Zweisimmen. In der im Jahr 2009 genehmigten Überbauungsordnung müssen nun Änderungen vorgenommen werden. Am Mittwoch billigte die Stimmbevölkerung mit 171 zu 9 Stimmen eine leicht geänderte Linienführung, eine Pistenkorrektur und eine Erweiterung des Restaurationsbetriebes im bestehenden Berghaus. Die Inbetriebnahme der Bahn ist auf den Winter 2018/2019 geplant. Bei Planungsgeschäften sieht die Gemeindeverfassung eine geheime Abstimmung vor. Ganz kurz kam die gut geführte Gemeindeversammlung etwas ins Stocken. Nach der geheimen Abstimmung waren mehr Stimmzettel auf dem Zähltisch als Anwesende im Saal. Die Stimmzähler mussten somit erneut auszählen. Die Anzahl wurde auf 185 korrigiert.

Neue Sauberwasserleitung in der Farbgasse

Ebenfalls zu keinen Diskussionen führte das zweite Traktandum. Die Anwesenden stimmten einem Bruttokredit von 375’000 Franken im Kanalisationswesen zu. Der zuständige Gemeinderat Ueli Gfeller präsentierte das Projekt. «Da für einen Anschluss ans MOB-Betriebsgebäude die Strasse aufgetan werden muss, macht es nun Sinn, die Erstellung der neuen Sauberwasserleitung, welche im generellen Entwässerungsplan als Massnahme mit hoher Priorität klassifiziert ist, in der Farbgasse zu realisieren», so Gfeller. Ebenfalls wird die Wasserversorgungsgenossenschaft ihre Leitungen sanieren und die Fernwärmegenossenschaft ihr Netz bis in die obere Farbgasse erweitern. Die Kosten werden dem Aufwand entsprechend aufgeteilt – 141’000 Franken werden von der Gemeinde übernommen. Der Baustart ist im Mai geplant.

Knappes Ja zur Schulsozialarbeit

Eine längere Beratung benötigte das dritte Traktandum. Der Gemeinderat Zweisimmen will zusammen mit der Gemeinde Boltigen während einer dreijährigen Testphase die Schulsozialarbeit einführen. Die Schule soll mit diesem Angebot frühzeitig und besser auf soziale Probleme und erzieherische Herausforderungen reagieren können. Auf Verlangen von 62 Stimmberechtigten wurde gegen den im Januar gemachten Beschluss des Gemeinderates das Referendum ergriffen (die SZ berichtete). Aus diesem Grund unterbreitete der Gemeinderat Zweisimmen am vergangenen Mittwoch das Geschäft der Stimmbevölkerung. Die zuständige Gemeinderätin Claudia Gautschi stellte das Projekt genauer vor. Sie hob in ihrer Präsentation vor allem hervor, dass «schwierige» Fälle in den vergangenen Jahren zugenommen hätten, die Schule sich wieder vermehrt auf ihre Kernaufgabe «dem Unterricht» konzentrieren müsse und die bereits vorhandenen Fachstellen nicht unmittelbar reagieren könnten. «Die Erziehungsberatung oder die KESB sind leider nicht direkt bei uns», so Gautschi.

Hohe Kosten in der Administration?

In der Beratung wurde von diversen Votanten vor allem mit den erhöhten Kosten gegenargumentiert. Auch wiesen einige Sprecher darauf hin, dass doch die Schule und auch die Eltern für die Erziehung der Kinder zuständig seien. Gegen diesen Einwand äusserte sich eine Lehrerin wie folgt: «Für soziale Fragen reicht unsere Ausbildung nicht aus. Wir brauchen die professionelle Begleitung durch die Schulsozialarbeit.» Ebenfalls zu Wort meldete sich Grossrätin Anne Speiser: «Die Schulsozialarbeit ist kein Wundermittel und schaffe eine weitere Schnittstelle.» Speiser erwartet, dass viele Kosten in der Administration versinken würden. Die Grossrätin fragte beim Gemeinderat an, ob eine Bedarfsanalyse gemacht wurde, die Kosten in der Schnittstellenpflege und die Büro- sowie Evaluationskosten erhoben wurden. Ihre zahlreichen Fragen konnten nicht alle von Claudia Gautschi aufgenommen und abschliessend beantwortet werden. Zudem wurde es für einige langsam Zeit. Der Antrag von einem Stimmbürger, die Beratung zu beenden, wurde von der Versammlung angenommen. Die Vorlage über die Einführung der Schulsozialarbeit in einer dreijährigen Projektphase wurde mit 97 Ja- zu 78 Neinstimmen schlussendlich gutgeheissen. Über die definitive Einführung wird das Stimmvolk nach der Projektphase erneut befinden können. Die jährlichen Ausgaben für die Gemeinden Boltigen und Zweisimmen sind 70’000 Franken, davon fallen 20’000 Franken auf Boltigen. Mit 10 bis 40 Prozent beteiligt sich der Kanton – je nach Finanzkraft der Gemeinde.

Die Versammlung beendete Gemeinderatspräsident Ernst Hodel mit einem Ausblick auf die in der Gemeinde geplanten Projekte. So hofft Ernst Hodel auch auf eine pragmatische Entscheidung der Stimmbevölkerung bei der anstehenden Änderung des Parkplatzreglementes.

Erstellt am: 13.04.2017

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