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Die Bedeutung der Ehe (2)

Von Simon Wampfler, St. Stephan

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Wer in einer guten Ehe lebt, darf sich glücklich schätzen. Das Eheleben ist ein Geschenk, es bedeutet Verbindlichkeit und auch Verzicht. Durch Verzicht aber gerade auch Freiheit. Wie Elisabeth Aebischer in ihrem Leserbrief vom 7. April 2020 mit Eph 5 sehr schön ausführt, geht Gott mit seinem Volk durch Jesus Christus eine innige Beziehung ein, dessen irdisches Abbild die eheliche Gemeinschaft von Mann und Frau ist. So bezeugt es das Wort Gottes mehrfach (Jes 54,5, Jer 2, Hos 2, Mal 2,14, Mt 22,1–14, Mt 25,1–13, Mk 8,38, Lk 12,35–37, Eph 5,30–33, Off 19,7 u.a.m.).

Jesus sagt, dass es die irdische Ehe von Mann und Frau in der Ewigkeit bei Gott einmal nicht mehr geben wird (Mk 12,25). Und deshalb nannte Martin Luther die Ehe einst auch «ein äusserlich, weltlich Ding», wonach ein Mann und eine Frau auch unterschiedlicher Herkunft und gar unterschiedlicher Konfession heiraten können und mögen (vgl. «Vom ehelichen Leben» von 1522, erster Teil). Luther wertet aber die Ehe in seiner Schrift auf geistlicher Ebene keineswegs ab, im Gegensatz zu den vier Beiträgen im ref. Kirchenblatt Zweisimmen anfangs dieses Jahres, so wie ich sie jedenfalls nach meinem Dafürhalten verstanden habe. Der fast 40-jährige und noch immer unverheiratete Luther schreibt von dem Ehestand sehr eindrücklich: «Das sage ich, damit wir lernen, was für ein ganz kostbares Ding es ist, wenn einer in dem Stand ist, den Gott eingesetzt hat, und worin Gottes Wort und Wohlgefallen ist, wodurch alle Werke, alles Wesen und Leiden solchen Standes heilig, gottgefällig und kostbar werden.» («Vom ehelichen Leben», dritter Teil) Ich stimme Luther längst nicht in allen Punkten zu, was er in seiner Schrift z.B. über Ehebruch schreibt, doch er vermag über die Ehe besonders auch sehr lesenswerte «Juwelen» ans Licht bringen.

Wer in der Ehe lebt, weiss, dass sich Mann und Frau sehr gut ergänzen und entsprechen. Ein Mann möchte sich von seiner Frau geehrt wissen, die Frau von ihrem Mann geliebt; und es braucht beides in einer guten Ehe: Liebe und Achtung. Aber spannend finde ich, dass Gott genau diese Verbindung dieser zwei unterschiedlichen Geschöpfe ausgewählt hat, um sie an seinem Schöpfungswirken beteiligen zu lassen. Ehe bedeutet Beteiligung an Gottes Schöpfungshandeln! Die Zeugung und damit die Fortführung seines Schöpfungswirkens ist der Verbindung von Mann und Frau vorbehalten; das ist und bleibt auch biologisch so. Und wenn wir das nicht mehr als Wille Gottes annehmen können, dann helfe uns Gott.

Gott ist ein kommunikativer Gott (vgl. Gen 1, Joh 1). Er schafft Himmel und Erde durch sein ewiges Wort. Auch wir Menschen sind in analoger Weise an diesem Schöpfungswirken beteiligt, nämlich durch Kommunikation. Kommunikation kann nur gelingen, wenn ich ein Gegenüber habe, das mir antwortet, das mich ergänzt und das sich von mir auch irgendwo unterscheidet. Das Geschlechtliche ist in diesem Sinne eine Art Kommunikation mit der Verheissung der Fortpflanzung. Sexuelle Praktiken, die diese Verheissung nicht haben oder ausserhalb der Ehe geschehen, werden von Jesus, und das gerade auch von ihm, als «unrein» (Mk 7,21, Mt 15,19) bezeichnet.

Ich verwehre mir, mit meinem Finger auf irgend jemanden oder auf irgend ein Paar gleich welcher Art zu zeigen. Die Untreue beginnt bekanntlich nicht erst an der Bettkante und jeder möge sich da selbst prüfen. Wir haben uns alle unrein gemacht. Doch wir sind durch Jesus Christus, der sich unserer Unreinheit angenommen hat und an Karfreitag den Tod am Kreuz nicht verschmähte, sondern die Treue zu uns hält und sein kostbares Blut für uns opferte – Er, der Sohn Gottes, der Schöpfer und Vollender dieser Welt – wieder rein gemacht. Und wir möchten es doch auch bleiben.

Erstellt am: 23.04.2020

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