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Zur Petition um das Spital Zweisimmen

(K)Alter Kaffee – Neue Wege

Von Marianne Herbst-Stauffer

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Der Standort Zweisimmen ist und bleibt nach allen geografischen und volkswirtschaftlichen Aspekten klar die beste Wahl für den Spitalbetrieb in der Region. Ein weiteres wichtiges Kriterium ist die Nähe zum Geburtshaus Maternité Alpine. Erfreut konnten wir davon Kenntnis nehmen, dass sich verschiedene Personen mit einer Petition für den Spitalstandort Zweisimmen stark machen. Leider fehlen aus unserer Sicht einige wesentliche und wichtige Punkte teilweise oder vollständig:

Mit keinem Wort wird die zukünftige medizinische Versorgung des Saanenlands erwähnt. Das fördert und nährt erneut die Grabenkämpfe und das Unverständnis zwischen den beiden Talschaften.

Die Problematik rund um den Rettungsdienst (hohe Betriebs- und Investitionskosten, lange Einsatzwege und Leerfahrten) werden nicht angesprochen. Auch nicht, dass sich bei einer allfälligen Standortverschiebung die Transportkosten für die Patienten/-innen und die Folgekosten für Gemeinde und Kanton um ein Vielfaches erhöhen würden.

Das in der Petition geforderte Leistungsangebot entspricht nahezu dem bestehenden in Zweisimmen, ausser dem ganzjährigen OP-Betrieb rund um die Uhr. Die Gynäkologie und die Dialyse, welche zurzeit (noch) angeboten werden, sind nicht aufgeführt.

Wie von Herrn Regierungsrat Schnegg und den Verantwortlichen der STS AG mehrfach betont wurde, kann das Spital Zweisimmen mit dem heutigen Leistungsangebot nicht so betrieben werden, dass das Finanzergebnis für das Spital Zweisimmen weniger defizitär ausfallen könnte. Im Gegenteil! Mit der steten Reduktion der Leistungen wird auch die Rentabilität des Spitals deutlich geringer. Fazit: Das Defizit wird noch grösser! Wie viele Petitionen, Unterschriftensammlungen und Konsultativabstimmungen wurden nicht bereits lanciert? Diverse andere Versuche, sich in Bern Gehör zu verschaffen, sind kläglich gescheitert oder wurden wohl zur Kenntnis genommen, dann aber ad acta gelegt. Aus all diesen Überlegungen heraus sind wir zum Schluss gekommen, die Petition, trotz unserem absoluten Bekenntnis zum Spitalstandort Zweisimmen, nicht zu unterzeichnen.

Der Bericht von René Müller in der Ausgabe 19 der SIMMENTAL ZEITUNG von letzter Woche ermutigt dazu, gemeinsam neue Wege zu beschreiten. In anderen Regionen der Schweiz haben sich diese neuen Wege im Gesundheitsbereich bereits bewährt. Die Bevölkerung unserer Region hat mehrfach bewiesen, dass sie in der Lage ist, sich in der Not selbst zu helfen. Das ist eine unserer Stärken und diese gilt es wiederum zu nutzen. Der Leserbrief von Karl Zeller tut uns tief im Herzen weh, zeigt es doch, wie gross die Ängste, die Ohnmacht und die Nöte der Bevölkerung sind. Alter Kaffee wird diese Not nicht zu lindern vermögen. Es ist an der Zeit, neue Wege zu beschreiten und gemeinsame Lösungen zu finden.

«Wenn du tust, was du immer getan hast, wirst du bekommen, was du immer bekommen hast» (Abraham Lincoln).

, Oberwil

Fränzi Kuhnen-Wittwer, St. Stephan

Erstellt am: 17.05.2018

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