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Tönt sehr gut, wer will das nicht… Aber:

«Wie man sich bettet, so liegt man» – verbauen wir uns und den zukünftigen Generationen nicht die Zukunft

Von Simon Bowee

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Die Initiative, über welche die Lenker am 27. September abstimmen, lautet: Das beste Landwirtschaftsland erhalten. Tönt sehr gut, wer will das nicht…

Aber:

1.Es besteht keine Gefahr, dass der Talboden überbaut wird, da wir noch viele Jahre genügend Baulandreserven haben. Falls dies geändert werden soll, muss die Gemeindeversammlung über jede zukünftige Einzonung erneut abstimmen.

2.Der Erhalt der Berg- und Alpwirtschaft ist nicht gefährdet, denn die Beiträge von der öffentlichen Hand an die Landwirte haben keinen Bezug zu dieser Initiative.

3.Die Auswirkung auf die Lebensmittelproduktion ist marginal, da wir fast ausschliesslich tierische Produkte (Fleisch und Milch) produzieren. Diese werden zu einem grossen Teil aus dem Tal abgeführt und im Gegenzug nicht tierische Produkte eingeführt. Mit der Produktion anderweitiger Produkte würde für die Lenker Landwirtschaft noch Entwicklungspotenzial bestehen und die Wertschöpfung vor Ort könnte gesteigert werden.

4.Der Talboden, um den es hier geht, wird zur Zeit intensiv genutzt. Die Initiative würde die weitere Entwicklung in diese Richtung nicht verhindern und die ökologische Vielfalt an der Lenk sowie die damit verbundene touristische Attraktivität hätte keinen Vorteil daraus.

5.Die Kosten für eine allfällige Umsetzung mit den rechtlichen Unklarheiten werden hoch sein. Sie führt zu einer ineffizienten Verwaltung und zu weiteren unnötigen gesetzlichen Auflagen. Diese Kosten müssten wir Steuerzahler berappen.

6.Bei einer Annahme der Initiative wären Neubauten nur mit einer Kompensation der beanspruchten Flächen möglich. Dies würde ebenfalls wieder unnötige Kosten verursachen.

7.Gemäss Initiativtext müssten neu landwirtschaftliche Bauten nach Möglichkeit ausserhalb der neuen Zone erfolgen oder an bestehende Bauten angegliedert werden. Auf der anderen Seite will die Landwirtschaftspolitik zentral gelegene und grosse Bauten/ Produktionsstätten. Da entsteht ein grosser Zielkonflikt. Auch sind merkwürdigerweise gewisse Hofareale von Initianten im Talboden im Plan ausgenommen, dies wirft für mich einige Fragen auf.

8.Die Annahme der Initiative wäre für unseren Tourismusort in mittlerer und ferner Zukunft sehr schlecht und die Weiterentwicklung fast unmöglich.

In Anbetracht, dass die Bergbahnen eine Vorwärtsstrategie verfolgen, brauchen wir auch im Talboden Handlungsspielraum. Für uns, jedoch noch mehr für unsere zukünftigen Generationen, die einstweilen selbst an den Gemeindeversammlungen bestimmen sollen was und wie gebaut wird!

Bewahren wir uns das bisschen Selbstbestimmung, das wir noch haben. Dass die Lenker Wirtschaft den Tourismus, das Gewerbe und die Landwirtschaft braucht, ist korrekt. Wir sitzen alle im gleichen Boot und sollten es gemeinsam steuern – daher ist die Initiative gut gedacht, jedoch überflüssig. ,

Geschäftsführer TEC-GmbH,

Präsident EHC Lenk-Zweisimmen,

Gewerbetreibender und Landwirt

Erstellt am: 10.09.2020

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