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Gewinn des Schwingerkönigtitels am 22. August 2010 in Frauenfeld

Kilian Wenger – zehn Jahre Schwingerkönig

Schwingen ist spätestens seit dem Königstitelgewinn durch Kilian Wenger in Frauenfeld 2010 in aller Munde und erfreut sich speziell in unserer Region grosser Beliebtheit. Zehn Jahre sind es her, dass der damals 20-jährige Diemtigtaler den Königstitel gewann. Wie hat er diese Zeit erlebt? Ein Rückblick.

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10 Jahre Schwingerkönig

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Schwinghistorischer Moment zwischen Kilian Wenger und Jörg Abderhalden.

Starkes Duo: Der 20-jährige Schwingerkönig Kilian Wenger mit Siegermuni Arnold

Kilian Wenger nach einer Trainingseinheit in seinem Fitnesscenter in Wilderswil.

Anstelle sich auf den Jubiläumsschwinget in Appenzell von Ende August vorzubereiten, trainierte Kilian Wenger vergangenen Samstag zusammen mit Matthias Glarner im Fitnesscenter in Wilderswil, wo er Mitinhaber ist und wöchentlich dreimal trainiert.

Ein Moment für die Ewigkeit
Sportlich gross geworden ist der 1,90 Meter grosse und gut 110 Kilogramm schwere Hüne in der Schwingersektion Niedersimmental, der er seit seiner Kindheit die Treue hält. Seinen ersten Kranz gewann er als 17-Jähriger, seither sind weitere 88 Kränze sowie 21 Kranzfestsiege dazu gekommen. Einer sticht da ganz besonders hervor: Es ist am späten Nachmittag des 22. Augustes 2010, als in der Schwingarena in Frauenfeld, unter den Augen von rund 50000 Zuschauenden, eine bezaubernde Ehrendame dem 20-jährigen Diemtigtaler in der Abendsonne den ersten eidgenössischen Kranz aufsetzt und ihn damit gleichzeitig zum Schwingerkönig krönt – ein Moment für die Ewigkeit – zumindest für die eidgenössische Sportwelt.
Der Erfolg – ein Wechselbad der Gefühle für die ganze Familie
An diesem Tag und mit dem Königstitel gekränzt, änderte sich das Leben des bisher ausserhalb der Schwingszene kaum wahrgenommenen Diemtigtalers und seiner Familie in einem zuvor kaum für möglich gehaltenen Ausmass. Mit dem Titelgewinn des Ältesten stand die ganze Familie Wenger über Nacht im Fokus der schweizerischen Medienlandschaft und ihr Leben wurde von einem Moment auf den anderen auf den Kopf gestellt.

Auch Kilian hat diese Zeit rückblickend in einem Wechselbad der Gefühle erlebt: «Sportlich gesehen gab es viel Schönes, tatsächlich haben wir aber auch weniger schöne Momente erlebt.» Eine Welt sei da über sie alle hereingebrochen, die sie zuvor nicht gekannt hätten, und die nicht spurlos an der Familie vorbeiging. Umso wichtiger waren seine engsten Freunde, die er schon vor dem Titelgewinn hatte und auf die er sich stets verlassen konnte. Mit der Zeit wurde es wieder ruhiger und der Hype um den Schwingerkönig legte sich etwas. Zehn Jahre mit vielen Hochs und Tiefs, mit Erfolg und Misserfolg.» Besonders sticht für den Menschen Kilian Wenger jedoch die Geburt der mit Partnerin Kathy gemeinsamen Tochter Mena Léanne vor gut einem Jahr hervor.

Blick in eine ungewisse Zukunft
Die aktuelle Zeit hat Kilian Wenger dazu gebracht, auch mal über den Sagmehlring hinaus zu schauen. So probierte er sich im Boxen und Bouldern – knallharte Sportarten, wie Wenger zugesteht – und ist von beiden hellauf begeistert.

Trotzdem freut er sich auf sein eigentliches Ziel, nächstes Jahr hoffentlich wieder aktiv schwingen zu können: «2021 wird mit dem Jubiläumsschwingfest 125 Jahre ESV in Appenzell am 5. September sowie dem Kilchberger Schwinget am 25. September eine relativ ‹giftige Saison›». Seinen Fokus richtet er darauf, gesund zu bleiben, im Oktober den Aufbau wieder richtig in Angriff zu nehmen und sich sehr gut auf die kommende Schwingsaison vorzubereiten.

Sich selbst treu bleiben
Getreu dem Motto «es ist nichts so schlecht, dass es nicht auch etwas Gutes hat» gewinnt Kilian Wenger auch der Coronazeit Positives ab: «So kann ich meiner Familie mehr Zeit widmen.» Speziell Töchterchen Mena, welches im April jährig geworden ist, kann die vermehrte Anwesenheit seines Vaters geniessen.

Einem künftigen Schwingerkönig würde er als Tipp mit auf den Weg geben, sich selbst treu zu bleiben, sein Umfeld gut zu organisieren, Freude am Schwingen zu haben und einfach das zu machen, was ihm sein Gefühl sagt. Und wenn dieser Kilian Wenger hiesse? «Dieselben Tipps sind vollumfänglich auch auf mich zugeschnitten», lächelt er. Rückblickend würde der 30-Jährige nicht viel anders machen: «Meine Lebensmotto ist, dass ich mit 40 auf meine Karriere zurückblicken kann und dass es gut ist, wie es war».

Erstellt am: 22.08.2020

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