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100 Jahre Frauenverein Lenk – ein Rückblick auf eine lange Geschichte

Da der Gemeinnützige Frauenverein Lenk wegen Corona die Jubiläumsfeier leider nicht durchführen kann, wird auf diesem Weg der Verlauf der Gründungsgeschichte festgehalten und das Wichtigste aus den handgeschriebenen Protokollbüchern zusammengefasst.

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100 Jahre Frauenverein Lenk – ein Rückblick auf eine lange Geschichte

Aktueller Vorstand, hinten: Elsbeth Beetschen, Vreni Meyer und Marianne Stuber. Mitte: Daniela Zeller, Monika Zbären, Fränzi Bühler, Therese Tritten, Therese Müller und Claudia Werren. Vorne knieend: Barbara Hauswirth, Präsidentin Marianne Hauswirth und Monika Perren.

Am 22. Februar 1920 wurde eine Versammlung hiesiger Töchter und Frauen publiziert und einberufen, zwecks Gründung eines Frauenvereins. Der damalige Pfarrer Jörg sprach über das Arbeitsgebiet und erstellte auch die Statuten. Der Mitgliederbeitrag betrug damals zwei Franken.

Die erste offizielle Vorstandssitzung fand am Sonntag, 17. Oktober 1921, 14 Uhr, im Dorfschulhaus statt. Hauptthema war das Durchführen eines «Glättekurses» und dieser fand im Löwen statt. Im November 1921 zählte der Verein bereits 80 Mitglieder. Es wurden jährlich vier bis fünf Sitzungen und eine Generalversammlung durchgeführt.

Fokus Hauswirtschaft und Hilfe an Bedürftige in den ersten Jahren

Die Hauptaufgaben der Frauen in den 20er Jahren waren nützliche Kurse anzubieten. Flicken, Kochen, Bügeln und Waschen. Zudem verteilte man gebrauchte Kleidung an bedürftige Familien.

In den Kriegsjahren war der Frauenverein eine wichtige Anlauf- und Verteilerstelle. So wurden auf Anfrage des Alpwirtschaftlichen Vereins verschiedene Saatgute verteilt: Zwiebeln, Kefen, Stangenbohnen und natürlich Kartoffeln. Die Selbstversorgung funktionierte also. Im Herbst 1939 kam die Aufforderung vom Militärdepartement, für die Soldaten Socken zu stricken und Hemden zu nähen. Garn und Stoff wurden aus Bern geliefert.

In den Jahren 1949 bis 1959 beschäftigte sich der Frauenverein vor allem mit der Winterhilfe, der Frauen- und Mütterhilfe und mit Flick- und Näharbeiten. Der Frauenverein stellte Frauen an, die Flickhilfe leisteten. Diese dauerten jeweils drei bis fünf Tage. Diese Taglöhnerinnen verdienten jeweils sechs Franken pro Tag.

Von der Schülerweihnacht zur Alters-Weihnacht

Bis ins Jahr 1963 war der Frauenverein Lenk für die Schüler-Weihnachtsfeier besorgt, an welcher die jungen Schüler mit einem Lebkuchen und die grossen mit Jugendschriften beschenkt wurden. Die Freude der Schüler darüber war jeweils so gross, dass in einem Protokoll festgehalten ist, dass die Kinder ermahnt werden sollen, daran zu denken, dass sie sich in der Kirche befinden und nicht auf dem Märit.

Da die Schüler-Weihnachtsfeier zum grossen Teil von der Lehrerschaft übernommen wurde, beschloss der Frauenverein 1963 anstelle derer die Durchführung der Alters-Weihnachtsfeier mit anschliessendem Zvieri. Diese wird auch heute noch mit grosser Teilnehmerzahl durchgeführt.

Brockenstube als Finanzquelle für Projekte

1967 hat der Frauenverein Lenk die Brockenstube eröffnet. Die Sachen wurden ausserordentlich billig verkauft, denn der Verein wollte nicht in erster Linie Geld damit verdienen, auch die Käufer sollten davon profitieren. Mit dem Erlös konnte der Verein zwei bedürftigen Familien ein ganz klein wenig unter die Arme greifen.

Der Reinertrag vom Brockenstubenverkauf der ersten Jahre wurde mehrheitlich für den Spital- sowie Altersheim-Neubau auf die Seite gelegt. So konnte 1977 dem Spital 10000 Franken und 1988 dem neuen Altersheim 50000 Franken überwiesen werden. Mit diesem Geld wurde unter anderem der heute noch vorhandene grosse, gemütliche Sitzofen finanziert.

Die Grundgedanken des Vereins sind auch nach 100 Jahren dieselben, was sich anhand der aktuellen Aktivitäten bestätigt: Der Gemeinnützige Frauenverein Lenk unterhält heute eine Brockenstube sowie eine Möbel-Brockenstube. Mit diesen und den Einnahmen von aktuell 260 Mitgliederbeiträgen sowie Spenden unterstützt der Verein jährlich diverse lokale Sport- und Freizeitprojekte, Vereine und Institutionen. Mit Bescherungen an die Neugeborenen, Leute mit Beeinträchtigung von der Bergquelle, Schulabgänger, Senioren (ab 80 Jahren), Altersheimbewohner und mit individuellen Bescherungen bereitet der Verein auch vielen weiteren Leuten eine Freude.

Wer die Tätigkeiten vom Frauenverein Lenk als Mitglied oder Gönner unterstützen möchte, findet weitere Informationen auf der Homepage des Frauenvereins.

100 Jahre Frauenverein Lenk – ein Rückblick auf eine lange Geschichte

Das Haus Indermühle hinter der Schmiede Ziörjen war Standort der Brockenstube von 1989 bis 1996.

Erstellt am: 02.01.2021

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