Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

50 Jahre Ueli Moor

Vom Jodelvirus befallen

Am 8. März 2017 feiert der St. Stäffner Ueli Moor seinen 50. Geburtstag. Geboren und aufgewachsen in der Winterhalte und im Dürrenwald in St. Stephan hat Ueli Moor seit jeher eine innige Beziehung zu seiner Heimat, die ihn in seinem Wesen und auch als Komponist geprägt hat. Als ausgesprochener Familienmensch liegt ihm zudem der harmonische Umgang und intensive Austausch mit seinen Liebsten am Herzen.

rating rating rating rating rating
Vom Jodelvirus befallen

Ueli Moor mit seiner Familie, die ihm sehr viel bedeutet: Annerös, Martina, Ramona und Ueli junior (v.r.).

Ueli Moor gegenüber zu sitzen, heisst, einen aufmerksamen und interessanten Gesprächspartner vis-à-vis zu haben, der seinen heimatlichen Dialekt ausgiebig pflegt. So wie er dies auch bei seinen Kompositionen tut. Nebst 25 Naturjutzen hat er im Laufe der Jahre 23 Jodellieder geschrieben, die die Natur und das Schöne, manchmal auch das Schwere, das das Leben zu bieten hat, besingen.

Ueli Moor, wie wird man Jodelkomponist? Ist dies eine Gabe, die dir sozusagen in die Wiege gelegt wurde?

Dass ich einer von diesen Menschen sein darf, dem der Herrgott die Gabe des Komponierens erteilt hat, erfüllt mich mit grosser Dankbarkeit und ist für mich nicht selbstverständlich. Ich habe grosse Ehrfurcht vor dem, was mir da geschenkt wurde. Dass etliche von meinen Liedern und Naturjutzen in der ganzen Schweiz gesungen werden, freut mich natürlich sehr. Mir ist jedoch immer bewusst, dass es auch Leute gibt, denen das eine oder andere an meinen Liedern nicht passt. Das ist auch gut so, denn die «Geschmäcker» sind sehr verschieden und das soll auch so bleiben!

St. Stephan ist deine Heimat. Wo hältst du dich am liebsten auf?

Ich habe mit meiner Familie ein wunderschönes Zuhause, dort geniesse ich die Zeit mit meinen Leuten, sei es Familie oder Freunde. Mein Lieblingsplatz ist jedoch die Alp Dürrenwald. Hier habe ich so meine Plätzli, wo ich mich sehr gerne aufhalte. Ich bin einfach gerne in der Natur und liebe die Freiheit und das kann ich in meiner Heimat in vollen Zügen geniessen.

Hat dieser Ort dich auch zum Komponieren inspiriert?

Oh ja; ich lasse mich vor allem im Dürrenwald inspirieren. Mit den wunderschönen Erinnerungen im Kopf schreibe ich oftmals zu Hause meine Eindrücke nieder und mit der Zeit entsteht ein neues Lied oder Jutz.

Wie muss man sich dies vorstellen?

Ich bin ein sehr feinfühliger Mensch. Oftmals habe ich beim Wandern Hühnerhaut, wenn ich beispielsweise den «Bärgfrüehlig» oder eine schöne Herbststimmung bewundern darf. Auch schöne, aufrichtige Begegnungen mit Menschen können mich zum Schreiben animieren. Doch auch schwerere Zeiten ergeben bei mir oftmals ganz spannende Harmonien im Kopf.

Gibt es dein persönliches Lieblingslied?

Nein, nicht unbedingt. Und wenn, so ist es nicht von mir.

Wieso?

Meine Lieder sind für mich jedes Mal wieder ein Stück Leben, das ich geniessen oder empfinden durfte. Sie sind alle in irgendeiner Form von mir gelebt oder erlebt worden. Somit hat für mich jede Komposition eine Geschichte, die ich nicht missen möchte. Ich habe aber sonst Lieblingslieder von anderen Komponisten, die mir vom Text sowie von der Melodie her unter die Haut gehen. Sowie aktuell das Jodellied «Loslah» von Peter Künzi.

Kommt oder kam deine Familie durch dieses grosse Engagement manchmal etwas zu kurz?

Dadurch dass ich viel unterwegs war, hat mich meine Familie tatsächlich oft entbehren müssen. In all den Jahren, als unsere drei Kinder noch klein waren und zur Schule gingen, konnte ich meinem Hobby gleichwohl viel Zeit widmen, da ich mit Annerös eine sehr verständnisvolle und fürsorgliche Frau an meiner Seite habe. Ich denke jedoch, dass sich uns durch mein Engagement auch hie und da ein «Türli» aufgetan hat, das wir sonst so nicht hätten öffnen können.

Hast du den Jodelvirus deinen Kindern weitergegeben?

Vor allem Martina hat es erwischt, sie ist selber auch Dirigentin und gibt ihr Wissen an andere weiter. Ramona hat eine wunderschöne Stimme, singt jedoch im Moment in keinem Verein. Ueli hat vor drei Jahren als 19-Jähriger mit Schwingen angefangen und hat so seine Leidenschaft entdeckt. Wir haben unsere Kinder nie zu etwas gedrängt, damit sie so sein und bleiben können, wie sie sind!

Du wirst heute 50 Jahre alt. Welche Gefühle löst das in dir aus?

Immer wenn man einen Geburtstag feiern kann, ist man noch da! Dass es dieses Jahr ein halbes Jahrhundert ist, freut mich, ich habe kein Problem mit dem älter werden! Im kleinen Rahmen feiere ich übrigens auch alle «ungeraden» Geburtstage!

Ueli Moors spontane Antworten auf kurze Fragen:

Enzian oder Edelweiss
Enzian (meine Lieblingsblume, die ich seit jeher «Pfaffechütti» nenne)

Adler oder Murmeltier
Adler (ich sehe meine Heimat gerne von oben)

Sonnenschein oder Schneefall
Sonnenschein (habe den Winter aber auch gerne!)

Saanen Geiss oder Simmentaler Kuh
Simmentaler Kuh

Skifahren oder Bergwanderung
Bergwanderung (verbunden mit vielen schönen Erinnerungen)

Schiessen oder Schwingen
Schwingen (bin ein begeisterter Schwingerfan)

Jassen oder Singen
Singen (bin aber nicht abgeneigt, zu seiner Zeit einen Jass zu klopfen)

Jodeln oder dirigieren
kommt bei mir immer zusammen!

Klassische Musik oder Rock/Pop
Rock/Pop

Die Toten Hosen oder Trauffer
Die Toten Hosen

Matthias Sempach oder Beat Feuz
Matthias Sempach (uns verbindet eine schöne Freundschaft)

Hobelkäse oder Simmental Beef
Simmental Beef (habe sehr gerne Fleisch)

Simmentaler Chrütlitee oder Simmentaler Bier
Simmentaler Bier (zu einem Bierli sage ich selten nein!)

Vom Jodelvirus befallen

Komponist Ueli Moor dirigiert jeden Montag «seinen» Jodlerklub St. Stephan.

Erstellt am: 08.03.2017

Artikel bewerten

rating rating rating rating rating
Kommentare
Interessante Artikel