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Erfolgreiche Zwillingsschwestern aus Zweisimmen

Alles begann beim FC Obersimmental

Die 16-jährigen Zwillingsschwestern Rilana und Selina Ueltschi waren schon als Kinder sehr sportlich. Beide wären sicher gute Läuferinnen oder Skifahrerinnen geworden. Der Zufall wollte es jedoch, dass beide beim Fussball landeten. Heute spielen sie bei YB im Kader der U-19. Ebenfalls sind beide im Team der Schweizer U-19-Fussball-Nati.

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Zwillingsschwestern sind im Fussball sehr erfolgreich

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Selina und Rilana Ueltschi spielen bei den YB Frauen U19.

Selina Ueltschi (noch) im gelb-schwarzen FCO-Dress.

Rilana Ueltschi (noch) im gelb-schwarzen FCO-Dress.

Nach dem FC Obersimmental, spielten sie beim FC Thun.

Selina und Rilana Ueltschi spielen bei den YB Frauen U19. Durch diesen Gang läuft auch die 1. Mannschaft von YB aufs Feld.

Selina und Rilana Ueltschi spielen bei den YB Frauen U19. Beide lieben das Wankdorfstadion und YB.

Von hier oben hat es die beste Sicht aufs Feld.

Selina und Rilana lieben den Zweikampf auf dem Rasen.

Die beiden sind erfolgreich mit ihrem Team unterwegs.

Selina und Rilana Ueltschi spielen bei den YB Frauen U19.

«Meine Schwester war beim FC Obersimmental schnuppern und sagte mir, komm doch einmal mit», erklärte Selina Ueltschi. Aus «mal schnuppern» wurden immer mehr Trainings. «Wir spielten als 7-jährige mit den Jungs in unserem Alter, das machte Spass», so Rilana. Gibt es keine Probleme, wenn man als Mädchen mit den Jungs spielt? «Überhaupt nicht. Wir hatten es sehr gut mit ihnen. Zudem waren wir einigen körperlich überlegen. In der Schule spielten wir mit ihnen in der Pause Fussball», so die beiden Schwestern.

Freude am Fussball haben ist das eine, als junge Frau erfolgreich und konsequent ihren Weg in diesem harten Sport zu gehen, ein anderes. «Unsere Mutter war früher Fussballerin und von ihr haben wir viel mitbekommen. Sie ist es auch, die uns als Kinder und Jugendliche zu den Fussballspielen begleitete», sagt Selina. Nach Meisterschaftsspielen haben nicht nur die Eltern eine Meinung zum Verlauf des Matches. Die beiden Schwestern diskutieren sehr gerne über das, was man hätte besser machen können. Deshalb verwunderte es nicht, dass die beiden talentierten Fussballerinnen den Weg zum FC Thun fanden.

FE12 bis zur U15
Die beiden Frauen spielten weiterhin in Teams mit Jungs. Obwohl beide mit die Jüngsten waren, setzten sie sich mit Leistung durch. Rilana wurde so im Jahre 2017/2018 ins Ausbildungszentrum Biel (AZ) aufgeboten. Ihre aktuelle Trainerin Jasmin Schweer absolvierte zur gleichen Zeit ein Praktikum in Biel. Dies im Rahmen ihrer Ausbildung (Bachelor of Science in Sports) in Magglingen. «Die Jungs entwickelten sich kräftiger und dynamischer und für uns wurde es schwieriger, mitzuhalten.» So war 2019 beim FC Thun Schluss. Nach einem Probetraining vor 2½ Jahren bei YB, sind die beiden nun in Bern engagiert. Die Zeit, in der die beiden mit Jungs trainierten, kommt ihnen heute sehr entgegen. Man ist dynamischer und technisch geschulter, als wenn man nur mit Frauen trainiert. Im Laufe der Karriere wechselten auch die Trainer. Heute haben beide eine Trainerin. Was haben beide lieber, eine Frau oder einen Mann an der Seitenlinie? «Es kommt auf den Charakter an. Und ob die Trainer auf uns setzten. Ob Mann oder Frau ist eigentlich egal», so die beiden. «Unsere Trainerin ist lustig bis zu dem Punkt, an dem das Training leidet. Wir merken, dass sie viel Erfahrung als Spielerin hat, das kommt uns zu Gute.» Die Schwestern haben vier Mal die Woche am Abend Training in Bern. Rilana hat zusätzlich zwei Trainingseinheiten am Morgen. Selina trainiert aufgrund ihrer Ausbildung einmal zusätzlich am Morgen. Beide fahren am Morgen, wenn es dunkel ist, von Zweisimmen nach Bern und kommen am Abend, wenn es dunkel ist, wieder nach Hause. Neben Ausbildung und Training haben die beiden Frauen nicht viel Freizeit.
Ein lupenreiner Hattrick
Die Meisterschaft läuft und das erste Spiel gegen die Grasshoppers aus Zürich wurde mit 1:0 gewonnen. Beim zweiten Spiel am Sonntag wartete auswärts wieder ein Team aus Zürich. «Spiele gegen den FC Zürich sind etwas Besonderes. Beide Teams sind sehr gut und spielen jeweils an der Spitze mit. Da geht es um Sieg und Ehre», so Rilana. Mit einem lupenreinen Hattrick in der 80., 87. und 92. Minute erzielte Rilana die Tore vom 3:2 zum 5:2. Damit stehen die Frauen der Berner U19 auf dem ersten Rang. Das nächste Spiel findet am Samstag, 26. September, gegen den FC Basel 1893 im Wyler in Bern statt. Zuschauer sind gemäss aktuellem Stand zugelassen.

Rilana Ueltschi absolviert zurzeit die Sporthandelsschule Feusi in Bern und schliesst die Ausbildung in zwei Jahren ab. Wenn es die Zeit zulässt, geht Rilana gerne Skifahren und unternimmt etwas mit ihren Kollegen. «Dafür bleibt mir allerdings wegen den vielen Trainings nur wenig Zeit.» Rilana strebt eine Profikarriere im Fussball an. Wunschverein wäre das englischen Team Chelsea.

Selina Ueltschi ist an der Technischen Fachschule in Ausbildung zur Polymechanikerin und besucht berufsbegleitend die BMS. Profifussballerin beim FC Arsenal ist ihr grosser Wunsch. Wenn nicht, bleibt Selina in der Schweiz und macht hier Karriere im Fussball.

Ihr bisheriger Werdegang begann 2012 und besteht aus drei Jahren beim FC Obersimmental, vier Jahren beim FC Thun und seit 2018 gehören sie zu den YB-Frauen (davon ein Jahr mit Doppellizenz zum FC Thun).

Nachgefragt bei Trainerin Jasmin Schweer
Seit wann trainieren Sie die Schwestern?
Selina und Rilana waren beide im Kader der U15-Regionalauswahl Bern-Jura, als ich 2017 Assistenztrainerin war. Danach haben sie in der U15 immer wieder ein paar Trainings besucht, aber hauptsächlich bei Thun trainiert und gespielt. Ich kenne Selina und Rilana also bereits seit meinen ersten Trainerjahren und durfte ihre Entwicklung seither mitverfolgen, was die Arbeit mit ihnen natürlich sehr speziell macht. Seit diesem Sommer sind beide nun im U19-Kader und trainieren vier Mal pro Woche bei mir.

Wie erleben Sie die zwei im Training?
Die Einstellung von Selina und Rilana ist in jedem Training vorbildlich und sie arbeiten sehr hart an sich. Obwohl beide sehr unterschiedliche Spielerinnen sind, zeichnet sie der Wille, jedes Trainingsspiel und jeden Wettkampf gewinnen zu wollen, aus. Wenn die beiden im Training in unterschiedlichen Teams sind, gibt es kein Halten mehr. Die Duelle zwischen den beiden sind sehr intensiv, aber trotzdem immer fair.

Etwas was noch wichtig wäre?
Beide haben hohe Ansprüche und Erwartungen an sich selbst. Dies hat oft viele Vorteile, jedoch auch ein paar Nachteile. Ich wünsche beiden, dass sie auch einmal mit einer Leistung zufrieden sein können. Zusätzlich hoffe ich, dass sie diesen unbedingten Drang, immer gewinnen zu wollen, beibehalten.

Erstellt am: 03.09.2020

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